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Aus: Ausgabe vom 21.03.2011, Seite 3 / Schwerpunkt

US-Afrika-Kommando: Einsatzzentrale in Stuttgart

Deutschland hat zwar der Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat die Zustimmung verweigert, die Fäden des internationalen Militäreinsatzes laufen aber im Südwesten der Bundesrepublik zusammen. Die Attacken von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern gegen die libyschen Regierungstruppen werden zunächst vom Afrika-Kommando der US-Streitkräfte (AFRICOM) koordiniert, das sein Hauptquartier in Möhringen bei Stuttgart hat. Das Regionalkommando steuert alle militärischen Aktivitäten der USA auf dem afrikanischen Kontinent mit Ausnahme von Ägypten. Bis zur Schaffung einer dauerhaften Kommandostruktur soll es die Federführung beim Libyen-Einsatz »Odyssey Dawn« übernehmen.

AFRICOM ist das jüngste der insgesamt sechs US-Regionalkommandos. Da nach Schätzungen bis 2015 ungefähr 25 Prozent des US-amerikanischen Öls aus Afrika kommen werden, arbeiten Lobbyisten seit 2002 daran, die Regierung in Washington zu bewegen, eine militärische Präsenz in Afrika, hier vor allem im Golf von Guinea, aufzustellen, um gegen Wirtschaftskontrahenten – allen voran China – einen Vorteil zu erlangen bzw. neue Erdölfördergebiete für die US-Ölindustrie zu sichern. Die Debatte um die Aufstellung des Africa Command drehte sich daher zunächst darum, ob die geschätzten fünf Milliarden US-Dollar, die jährlich für diese Kommandoeinrichtung aufgewendet werden, gerechtfertigt sind. Präsident George W. Bush verkündete im Februar 2007 die Gründung des Kommandos, gut anderthalb Jahre später war das Hauptquartier in den Kelley Barracks in Möhringen voll einsatzbereit. Zuvor war das ebenfalls bei Stuttgart ansässige Regionalkommando Europa (EUCOM) für die militärischen Beziehungen mit den meisten afrikanischen Staaten zuständig. Der Schwerpunkt von AFRICOM liegt auf dem Kampf gegen den Terrorismus, der militärischen Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern und sogenannten humanitären Einsätzen. Oberkommandierender ist seit knapp zwei Wochen der US-General Carter F. Ham.

Derzeit sind laut AFRICOM rund 1500 Soldaten und zivile Mitarbeiter der US-Armee in den Kelley Barracks stationiert. Das Gelände wurde erstmals 1938 von der Wehrmacht als Hellenen-Kaserne militärisch genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die US-Streitkräfte ein, die Kaserne wurde nach dem Kriegshelden Jonah E. Kelley benannt. Während des Kalten Krieges hatte das VII. Korps der US-Armee hier sein Hauptquartier. (AFP/jW)

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