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Berliner S-Bahn im Bundestag

Berlin. Die Qualitätsprobleme bei der Berliner S-Bahn beschäftigen nun auch Bundestag und Bundesregierung. Die Grünen haben eine kleine Anfrage zum Thema »Kapazitätsabbau und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit der Berliner S-Bahn« eingereicht, berichtete die Berliner Zeitung (Donnerstagausgabe). Die Abgeordneten wollen von der Regierung wissen, was sie unternehmen will, damit Fahrgäste die S-Bahn wieder als zuverlässiges Verkehrsmittel erleben. Damit werde die S-Bahn erstmals in ihrer Geschichte wegen schlechter Leistungen zum Thema im Bundestag, teilte der Betriebsrat der S-Bahn mit.

Die Grünen fragen unter anderem, warum es bei der S-Bahn noch veraltete mechanische und keine elektromagnetischen Fahrsperren gibt, die Züge bremsen, wenn ein Haltsignal ignoriert wird. Während des Frostes Anfang Januar froren viele dieser Einrichtungen ein.
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Die Abgeordneten wollen auch wissen, ob die Verschrottung von mit Bundesmitteln finanzierten S-Bahn-Zügen »mit Wissen und Einverständnis der Bundesregierung« erfolgt sei. Die S-Bahn Berlin sei ein »Paradebeispiel für die bisherige Börsenpolitik« der Deutschen Bahn, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher Winfried Hermann. »Statt die Erfolgsgeschichte als zuverlässigstes und schnellstes Verkehrsmittel in Berlin fortzuschreiben, läßt die DB Netz Stationen und Fahrzeuge der S-Bahn verludern, um ihre Börsenbilanz zu verbessern.«

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2009, Seite 4, Inland

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