Gegründet 1947 Dienstag, 23. April 2019, Nr. 94
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Arbeiterbewegung: Seien wir ehrlich vom 09.01.2019:

Plebiszit als Alternative

Was ich in diesem Text vermisse, ist eine konkrete Perspektive zur Überwindung des weltweiten Kapitalismus. Ein bewaffneter »Klassenkampf« wäre heutzutage wohl kaum zu gewinnen. Ich schlage daher folgendes vor:
»Wie könnten nun also die politischen Voraussetzungen für eine plebiszitäre Gesellschaft geschaffen werden?
In der Bundesrepublik Deutschland wie auch in einigen anderen Staaten gibt es das Instrument des ›Volksentscheids‹, hierzulande allerdings momentan nur auf der Ebene der Bundesländer. Hier wären also zunächst genügend Unterschriften zu sammeln, um in den einzelnen Bundesländern eine Art ›Mega-Meta-Volksentscheid‹ herbeizuführen: ob nämlich das Verfahren des Plebiszits künftig zur alleinigen Grundlage der Politikgestaltung erhoben werden sollte. In einem nächsten Schritt müsste über eine Initiative der bundesweiten Ländervertretung, also des Bundesrats, eine ebensolche Entscheidung für die gesamte BRD fallen. Die nächste Instanz könnte dann die EU sein, und im letzten Schritt müsste die UNO sich für dieses Verfahren aussprechen.«
(Auszug aus der Schrift »Prinzip ›Permanentes Plebiszit‹», siehe: https://misanthrope.blogger.de/stories/2094275/)
Einen ersten Textvorschlag für eine solche Meta-Petition gibt es schon:
»Der Deutsche Bundestag möge beschließen, bundesweite Plebiszite (›Volksentscheide‹) einzuführen mit der Perspektive, sie so schnell wie möglich zur alleinigen Grundlage politischer Entscheidungsfindung zu erheben, und zwar weltweit.«
(Begründung usw. unter: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-weiterentwicklung-der-parlamentarischen-zur-plebiszitaeren-demokratie)
Thomas Movtchaniouk
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Kein Weg vorbei

    Diese Meinung ist äußerst streitbar! Zuerst das Positive. Mir gefällt jede Meinung, die darauf abzielt, die effektivsten Lösungen zur Mobilisierung der Massen im Kampf gegen den nach wie vor menschenf...
    Siegfried Kotowski
  • Zielgruppe genau analysieren

    Zustimmung! Liebevoll beobachtet und sehr zartfühlend formuliert. Alle reden von der Arbeiterklasse, aber keiner kennt sie. Auch ich, emeritierter Proletarier, kenne sie nicht, nur sehr unterschiedlic...
    Otto Kustka, Litschau/Österreich
  • Chapeau!

    Mutig, treffend und erquickend! Vielleicht einfach mal weniger »Fronten« aufmachen ... und mehr machen, als ausschließlich philosophieren. Denn die Arbeiterklasse wird zusehends arbeitslos bzw. ist fo...
    Ralf Roth
  • Bequem eingerichtet

    Taugt der alte Ansatz mit der Klassenfrage noch als Lösungsansatz im 21. Jahrhundert? Ich befürchte, das wird nicht klappen ... Und wenn ich nachlese, wie die moderne Kapitalismuskritik das betrachte...
    Holger Roloff