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Rosa Luxemburg Konferenz 2019

Rosa Luxemburg Konferenz 2019


Unser Blog und der Livestream zur XXIV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 12. Januar 2019 im Mercure-Hotel MOA in Berlin-Moabit.

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    Gina Pietsch: »Sagen, was ist«

    Gina Pietsch (r.) und Christine Reumschüssel

    Anja Panse begrüßt Gina Pietsch auf der Bühne, die den Anwesenden Auszüge aus ihrem aktuellen Programm zu Rosa Luxemburg zur Novemberrevolution präsentiert und damit den Blick auf eine unvollendete Revolution richtet.

    Begleitet von ihrer Partnerin am Klavier, Christine Reumschüssel, beginnen sie mit »Im Gefängnis zu singen« von Bertolt Brecht, Musik Hanns Eisler. Pietsch erinnert an die zahlreichen Stationen Luxemburgs in Gefängnissen und die Möglichkeiten für damalige Interessierte, ihr zuzuhören, ihre Texte zu lesen oder von ihr als Dozentin an der Parteischule der SPD zu lernen.

    Es folgen »Die rote Rosa«, ebenfalls von Brecht mit der Musik von Kurt Weill und verschiedene Stücke aus der Hommage »Nachgeboren« von Christa Müller und Christian Koczik. Auf das Berliner Original ohne bekannten Verfasser »Wem hamse de Krone jeklaut« erklingt »So wird es Tag« von Gerhard Gundermann.

    Gina Pietsch beschließt den kulturellen Einschub mit den Worten: »Sie wurde ermordet für eine Revolution – ich traue es mich fast gar nicht zu sagen – die eigentlich nicht wirklich die ihrige war, für die sie sich aber mit ihrem Leben einsetzte.« Als Zugabe erschallt gemeinsam mit dem Publikum und erhobener Faust: »Auf auf zum Kampf«

    Das Programm ist das nächste Mal am 21. Januar im Café Sibylle in Berlin zu hören. (si)

  • Pável Blanco Cabrera, Erster Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Mexikos, übermittelte der XXIV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz eine Grußbotschaft. Diese sei hier dokumentiert. Herzlichen Dank an die Genossinnen und Genossen in Mexiko!

    In diesem Jahr nehmen wir eine Tradition wieder auf, die die Kommunistische Partei Mexikos als Sektion der Kommunistischen Internationale vor allem in den 1920ern und 30ern viele Jahre lang im Januar unter dem Namen Liebknecht-Luxemburg-Lenin-Tage gepflegt hat und die von der Arbeiterbewegung unseres Landes aufgegriffen wurde, wie in der von David Alfaro Siqueiros gegründeten Zeitung El Machete nachzulesen ist. Diese Tage führten Arbeiter und Kommunisten zusammen und hatten klar klassenbewusste politische und kulturelle Inhalte.

    Besondere Bedeutung gewannen sie 1929, weil am 10. Januar jenes Jahres Julio Antonio Mella ermordet wurde, der dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Mexikos angehörte. Wie die Presse berichtete, gingen damals Tausende auf die Straße, um Mella, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Wladimir Iljitsch Lenin zu ehren.

    Wir haben mit diesem Rückblick begonnen, denn der Klassenkampf ist tief in der Geschichte verwurzelt und vereint die Arbeiter der ganzen Erde in ihrem Kampf für eine neue Welt. In diesem Jahr, in dem sich die deutsche Revolution, die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands und die Ermordung von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches zum 100. Mal jähren, begehen wir auch den 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Internationale sowie ein Jahrhundert der Existenz von Kommunisten in Mexiko, denn die PCM wurde im November 1919 gegründet.

    Wir sind der festen Überzeugung, dass es nicht nur darum geht, eine Geschichte zu bewahren, sondern auch wichtige und nach wie vor gültige Lehren, die den Klassenkampf der Arbeiter Deutschlands, Mexikos und der ganzen Welt bereichern und ihm Perspektiven geben, denn es ist klar, dass wir den Rückfall in die Barbarei, von dem in der »Junius-Broschüre« die Rede ist, heute erleben und der Sozialismus die einzige Alternative dazu ist. Wir bewahren das Gedenken an Karl, Rosa und die Spartakisten, denn es ist für uns notwendig und unverzichtbar im antikapitalistischen Kampf, im Kampf für die Revolution, im Kampf dafür, die Ketten der Ausbeutung zu zerbrechen. Dafür ist notwendig, das Unkraut zu beseitigen, unter dem der Opportunismus, der Reformismus und die verräterische Sozialdemokratie sie verschwinden lassen wollen, die die konterrevolutionäre Kraft war, die die Revolution von 1918 im Blut erstickte und Rosa und Karl schrecklich ermordete.

    Wir werden das Gedenken nicht nur 2019, sondern in jedem Jahr wieder aufnehmen, organisiert wie diesmal nicht nur durch die Kommunistische Partei Mexikos, sondern auch durch andere Kollektive, Organisationen und Einzelpersonen, die das revolutionäre Erbe von Rosa und Karl annehmen. Wir hoffen, dass sich diese zwei Aktivitäten in Deutschland und Mexiko in den kommenden Jahren verbrüdern können. Wir grüßen eure seit mehr als zwei Jahrzehnten verfolgte Initiative zur Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz, die das Erbe der Spartakisten aufgreift und zu einem wichtigen Forum für die Debatte der revolutionären Ideen wird, die die Welt verändern. Mit herzlichen Grüßen – Sozialismus oder Barbarei!

  • Saskia Richartz (l.), Leiterin der Kampagne »Wir haben es satt«, und Moderatorin Anja Panse
    Franz Haslbeck (l.), Mitorganisator der Anti-Siko-Demo, und Moderatorin Anja Panse

    Am 19. Januar findet in Berlin zum neunten Mal die »Wir haben es satt«-Demo statt. Saskia Richartz, die neue Leiterin der Kampagne, warb für eine zahlreiche Teilnahme an der Veranstaltung. Mehr als 50 Organisationen tragen das Agrarwendebündnis, es ist deutschland-, vielleicht sogar europaweit das größte seiner Art. Das Motto in diesem Jahr lautet »Gerechtigkeit auf den Äckern«. Die Straßenbewegung für bäuerliche Landwirtschaft sei so stark wie nie, und auch Erfolge, wie z. B. Petsizidverbote und das Aussetzen der TTIP-Verhandlungen könnten vorgezeigt werden.

    wir-haben-es-satt.de

    Vom 15. bis 17. Februar findet in diesem Jahr in München wieder die sogenannte Sicherheitskonferenz statt. Sie war von Beginn an als Militärveranstaltung, als Lobbyveranstaltung der deutschen Rüstungsindustrie konzipiert, wie Franz Haslbeck erklärte. Er ist Mitorganisator der Gegendemo am 16. Februar, die ab 13 Uhr stattfindet. Sicherheit können wir brauchen, heißt es in dem Aufruf zur Demo und weiter: »Die Sicherheit, dass wir uns morgen noch unsere Miete leisten können, dass es keinen Krieg gibt und unsere Umwelt nicht den Bach runtergeht. Aber um all das geht es bei der Siko nicht.«

    antisiko.de

    (mik)

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    Vladimiro Giacché: Zeit für den Systemwechsel

    Vladimiro Giacché verweist auf die Ursprünge der Finanzkrise, die 2007 durch Überspekulation auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt ausbrach. Die Kapitalisten hätten auf sinkende Profitraten seit den 70ern mit der Ausweitung der Kreditvergabe reagiert. Dadurch sei es ihnen gelungen, die Kürzung der Einkommen für die Arbeiterklasse zu übertünchen und die Krise zeitlich rauszuschieben. Die Wachstumsraten in den kapitalistischen Volkswirtschaften wurden durch den Finanzsektor künstlich aufgebläht. Wir erleben das Ende einer Epoche: Das zinstragende Kapital kann nicht mehr für Wachstum sorgen, so Giacché .

    Alleine in Europa sei eine Billion Euro für die Rettung von Banken ausgegeben worden. Die Krisenfolgen wurden auf die Bevölkerung abgewälzt. Doch Investoren und Konzerne hätten auf die Krise reagiert, indem sie die Spekulation ausweiteten. Unternehmen führten Aktienrückkäufe durch, um ihren Börsenwert zu steigern, der weltweite Wertpapierhandel habe sich seither verdreifacht, mit dem Resultat, dass die globale Staatsverschuldung das Wirtschaftswachstum deutlich übersteige. Giacché erklärt, es müsse einen Systemwechsel geben, um die Gesellschaft in ein höheres Stadium zu überführen, in dem die Produktionsmittel vergesellschaftet sind. (sz)

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    Rote Peperoni organisieren Kinderbetreuung

    Felix Wittenzellner im Gespräch mit Moderatorin Anja Panse

    Auf der Konferenz ist auch für die Betreuung von Kindern gesorgt. Diese Arbeit übernehmen die Roten Peperoni. Bei ihnen kann gespielt, gebastelt und diskutiert werden. Im Gespräch mit Moderatorin Anja Panse schilderte Felix Wittenzellner, was die sozialistische Kinderorganisation sonst noch zu bieten hat (siehe jW vom 10.1.). Dazu zählen Gruppennachmittage, beispielsweise in Stuttgart, aber auch Ferienreisen. Die seien offen für alle, wobei es für Schüler zum Beispiel aus Brandenburg und Berlin durch die unterschiedlichen Ferienpläne der Länder schwierig sei, daran teilzunehmen.

    Etwa ein Dutzend Kinder wurde zur Mittagszeit betreut, und auch die Eltern unter den Konferenzteilnehmern wurden dazu eingeladen, ihren Nachwuchs in die kompetenten Hände der Peperoni zu geben. (mb)

    rotepeperoni.de

  • »Der Teufel hat dieses Deutschland nie in seine Hölle verbracht, leider.« Otto Köhler spricht zum Auftakt der Konferenz. Sein Thema: »Die nächste imperialistische Hauptmacht«.

    Der Publizist und regelmäßige Autor in junge Welt erinnert an eine entscheidende historische Konstante: »Seit es Deutschland als eigenständigen Staat gibt, seit 1871, hat es die Welt unsicher gemacht. Nie in diesen eineinhalb Jahrhunderten wurde dieses Deutschland von irgendeinem Land dieser Welt überfallen, angegriffen. Der Krieg ging stets von unserem Lande aus, auch der zu Füßen des Hindukusch, in dem die Bundeswehr seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten unentwegt Deutschland immer sicherer macht.«

    Von dieser Feststellung ausgehend zeichnet Köhler bissig und schonungslos die ganze verbrecherische Geschichte dieses Deutschland nach. Wer hat dabei stets mitgemacht, oft genug in vorauseilendem Gehorsam? Richtig, die SPD, deren Mitglied Köhler noch immer bzw. schon wieder ist. Seit seinem erneuten Eintritt hat Köhler mit seinen Artikeln viel dafür getan, diese Partei so stark zu machen, wie sie gegenwärtig ist. Rausschmeißen wollen die Sozialdemokraten ihn dennoch nicht. Was soll er denn noch tun? (brat)

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    Demonstration gegen Ausverkauf der Stadt

    Demonstration »Liebig 34 verteidigen« in Berlin (29.9.2018)

    Wer heute nicht auf der XXIV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin-Moabit sein kann, der hat in den Bezirken Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg die Gelegenheit, Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt zu leisten. Konkret geht es unter anderem gegen die möglicherweise bevorstehende Räumung des anarcha-feministischen Hausprojekts Liebigstraße 34 und den Bebauungsplan Ostkreuz. »Wehrt euch gegen die Investoren! Wehrt euch gegen die Vertreibung aus euren Wohnungen und streitet für Freiräume und ein solidarisches, gutes Leben!« heißt es im Aufruf zur Demonstration. Los geht es um 11 Uhr in der Fischerstraße 36 in Lichtenberg, der Endpunkt ist auf der Warschauer Brücke gegen 17 Uhr. (mme)

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    Empfang in der jW-Ladengalerie

    Eduardo Sosa (l.) und Abel Prieto (r.)
    Michael Hudson
    Ben Chacko von Morning Star (m.) und Stefan Huth (Chefredakteur junge Welt, r.)
    Stefan Huth und Dietmar Koschmieder
    Ulrich Maurer, Teilnehmer der Podiumsdiskussion
    Otto Köhler

    Vorgeschmack auf die XXIV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz: Am Freitag abend trafen sich in der jW-Ladengalerie bereits zahlreiche Referenten und Gäste. Geschäftsführer Dietmar Koschmieder begrüßte Otto Köhler, der am Samstag vormittag das Eröffnungsreferat halten wird, und die Ökonomen Michael Hudson und Vladimiro Giacché. Auch eine venezolanische und eine kubanische Delegation mit Abel Prieto, dem früheren Kulturminister auf der Karibikinsel, kam vorbei. Darüber hinaus lernte Eduardo Sosa, der mit seiner Gitarre während der Konferenz auf der Bühne stehen wird, die Räumlichkeiten der jungen Welt kennen. Zusammen mit Freunden und Kollegen vom Morning Star aus Britannien, Arbejderen aus Dänemark und der Moderatorin der Konferenz, Anja Panse, klang der Abend stimmungsvoll bei leckeren Häppchen aus. (mme)

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