Willkür der Bomberflotte
Von Volker Hermsdorf
Trumps Soldateska setzt die Morde an Bootsbesatzungen trotz internationaler Kritik weiter fort. Am Dienstag meldete das US-Südkommando einen neuen tödlichen Luftschlag auf ein ziviles Boot im östlichen Pazifik mit vier weiteren Toten. Innerhalb von vier Tagen wurden in dieser Woche bislang mindestens elf Menschen getötet. Seit Beginn der Mordserie im September 2025 summiert sich die Zahl der Opfer damit auf mindestens 174 Tote bei insgesamt rund 50 Angriffen. Überlebt haben lediglich drei Menschen. Eine Quote, die an ein Hinrichtungskommando erinnert.
Die US-Regierung bezeichnet die auf Trumps Befehl Getöteten stets als »Narkoterroristen«, die in Drogentransporte verwickelt gewesen seien. Belege oder angebliche Geheimdienstbestätigungen dafür legte das Militär nicht vor. Statt dessen veröffentlichte das Pentagon unscharfe Luftaufnahmen von Explosionen auf See – als Beweis für die Schuld der in Stücke gerissenen Insassen. Die Namen der Opfer oder konkrete Vorwürfe gegen sie bleiben unbekannt. Selbst US-Kongressabgeordnete kritisieren, dass Informationen über die Getöteten fehlen. Menschenrechtsorganisationen zufolge befinden sich unter den Toten oft Fischer, die versuchten, ihre Familien zu ernähren.
Die juristische Bewertung der Angriffe ist eindeutig, obwohl Washington sie mit der Floskel eines »bewaffneten Konflikts gegen Kartelle« zu verschleiern versucht. Die Vereinten Nationen und US-Juristen sind sich mit Völkerrechtlern in aller Welt einig: Das US-Militär tötet Zivilisten ohne unmittelbare Bedrohungslage und ohne Verhandlung oder Richter. Die Aktionen erfolgen nicht im Rahmen einer Kriegführung, sondern seien vorsätzliche, staatlich angeordnete außergerichtliche Hinrichtungen. Trotzdem versucht Trump, angebliche Kriminelle per Dekret in »Kombattanten« umzudefinieren, und sichert den Todesschützen pauschale Immunität zu. Diese Woche zeigte sich erneut: Auf hoher See herrscht die Willkür der US-Bomberflotte.
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