Die »Ulm 5« und die Frage der Gerechtigkeit
Von Ignacio RosaslandaDieses Interview behandelt den Fall der sogenannten Ulm 5, einer Gruppe von Aktivisten, die derzeit in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen wird zur Last gelegt, in eine Waffenfabrik von Elbit Systems in Ulm eingedrungen zu sein. Am 27. April beginnt der Gerichtsprozess gegen den Philosophiestudenten David, den queeren Aktivisten V. und die drei weiteren Angeklagten in Stuttgart. Im Gespräch kommen die Partnerin von V., Josie sowie die Mutter und Schwester von Daniel zu Wort und schildern ihre Perspektiven.
Alle fünf Beschuldigten sehen sich denselben Vorwürfen ausgesetzt, darunter Sachbeschädigung und die angebliche Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Das Eindringen in die Fabrik wird im Kontext von Protesten gegen den Genozid in Gaza dargestellt. Seit ihrer Festnahme befinden sich die fünf unter sehr strengen Bedingungen in Haft, die von den Angehörigen als unverhältnismäßig kritisiert werden – darunter verlängerte Untersuchungshaft, Isolation, umfassende Überwachung sowie starke Einschränkungen bei Besuchen und Kommunikation. Beispielsweise erzählt die Mutter von Daniel, dass er über Monate hinweg keinen direkten körperlichen Kontakt zu Angehörigen oder überhaupt zu anderen Menschen haben durfte.
Neben dem konkreten Fall wird im Gespräch auch die politische Dimension beleuchtet. Die Gesprächspartner kritisieren eine zunehmende Einschränkung von Protestmöglichkeiten in Deutschland sowie einen repressiven Umgang mit propalästinensischem Aktivismus. Mit Blick auf den bevorstehenden Prozess äußern sie Sorgen hinsichtlich der Fairness. Gleichzeitig zeichnen sie ein persönliches Bild von Daniel und V. als kreative, engagierte Menschen, die sich aus Überzeugung für soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Das Videogespräch wurde auf Englisch geführt. Youtube bietet im Videoplayer eine automatische Übersetzung der Untertitel an. Diese Funktion könnt ihr nutzen, um das Interview zu verstehen, wenn ihr kein Englisch könnt.
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