Landesweiter Stromausfall in Kuba
Havanna. In Kuba ist am Montag abend deutscher Zeit das Stromnetz landesweit zusammengebrochen. Rund zehn Millionen Menschen waren ohne Strom, wie der staatliche Netzbetreiber UNE mitteilte. Man suche derzeit nach den Ursachen für den Blackout. Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von großflächigen Stromausfällen, die teilweise Tage andauerten. Die kubanischen Kraftwerke und das Stromnetz sind nach Jahrzehnten der US-Wirtschaftsblockade gegen das sozialistische Land stark überaltert und störanfällig. Seit Washington das Land systematisch von Öllieferungen abschneidet, hat sich die Lage weiter zugespitzt.
Die kubanische Energieversorgung stützt sich hauptsächlich auf ölbefeuerte Kraftwerke, die Jahrzehnte alt und stark verschlissen sind. Venezuela spielte in der jüngeren Vergangenheit eine zentrale Rolle bei der Ölversorgung. Washington hat venezolanische Öllieferungen nach Kuba unterbunden und droht jedem Land mit Strafzöllen, das Öl an Kuba verkauft. Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel erklärte vergangene Woche, sein Land habe seit drei Monaten keine Treibstofflieferungen mehr erhalten. Am Freitag teilte die Regierung in Havanna mit, Gespräche mit den USA aufgenommen zu haben.
Um die chronischen Engpässe abzufedern, setzt Kuba auch schwimmende Kraftwerksschiffe aus der Türkei sowie dezentrale Dieselgeneratoren ein. Zuletzt trieb Havanna mit chinesischer Unterstützung den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Diaz-Canel erklärte Anfang des Jahres, dass Solaranlagen inzwischen rund 1.000 Megawatt beisteuerten. Das entspreche etwa 38 Prozent der tagsüber erzeugten Energie. Dennoch deckt das Angebot die Nachfrage oft nicht: Einem Bedarf von mehr als 3.000 Megawatt stand zuletzt eine Erzeugungskapazität von weniger als 2.000 Megawatt gegenüber. (Reuters/jW)
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