Israel hat Pläne für wochenlangen Krieg gegen Iran
Tel Aviv. Israel hat am Montag erklärt, den Krieg gegen Iran für Wochen weiterführen zu wollen. Gleichzeitig führten iranische Drohnenangriffe zur vorübergehenden Schließung des Flughafens von Dubai und trafen eine wichtige Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der israelische Militärsprecher Nadaw Schoschani erklärte gegenüber Reportern, es gebe detaillierte Einsatzpläne für die nächsten drei Wochen sowie noch weiter in die Zukunft reichende Pläne. Man wolle die Fähigkeit des Iran, Israel zu bedrohen, schwächen, indem die Infrastruktur für ballistische Raketen, Nuklearanlagen und der Sicherheitsapparat angegriffen werde. Es gebe noch Tausende von Zielen, so Schoschani.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte seinerseits auf dem Kurznachrichtendienst X, dass sich unter den Hunderten von iranischen Zivilisten, die bei US-amerikanischen oder israelischen Bombenangriffen getötet wurden, 200 Kinder befanden. In einem Beitrag sagte Araghtschi außerdem, dass einige »Nachbarstaaten«, die US-Streitkräfte beherbergen und Angriffe zulassen, ebenfalls aktiv die Tötung von Iranern förderten. »Die Standpunkte sollten umgehend klar gemacht werden«, sagte er.
Die Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass bei einem Angriff in der Nähe des Märtyrerplatzes in Teheran mehrere Zivilisten getötet worden seien, nannte jedoch keine Zahlen. Rettungskräfte in der Hauptstadt bemühten sich, Menschen aus den Trümmern eines Gebäudes zu bergen, das sich laut einem Mitarbeiter des Iranischen Roten Halbmonds in einer reinen Wohnstraße befand.
Von israelischer Seite hieß es am Montag, man führe Luftangriffe auf Teheran, Schiraz und Täbris durch. Die Luftwaffe habe zudem Ziele angegriffen, die mit dem iranischen Raumfahrtprogramm in Verbindung stünden, darunter eine Forschungseinrichtung in der Hauptstadt, die an der Entwicklung eines 2024 gestarteten Satelliten beteiligt sei.
Ein Einwohner Teherans berichtete Reuters, dass es über Nacht kein Internet gegeben habe und sich die Iraner von der Welt abgeschnitten fühlten. »Menschen werden getötet«, sagte die 62jährige Schahnas über Whatsapp. »Nur wenige Tage vor Nowruz (dem iranischen Neujahrsfest am 20. März), aber die Menschen sind nicht in Feierlaune. Wann wird das enden?« Auf die Frage, ob sie die Islamische Republik unterstütze, antwortete Schahnas: »Nein, das tue ich nicht. Wie könnte ich auch? Sie haben meine Enkelin bei den Protesten im Januar getötet. Wir wollen, dass dieses Regime verschwindet. Wir wollen, dass dieses Elend ein Ende hat.«
In Israel warnten Luftschutzsirenen vor Raketen aus dem Iran. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, Angriffe auf Gebiete in Tel Aviv, den US-Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in Abu Dhabi, den US-Marinestützpunkt in Bahrain und Bahrains Luftwaffenstützpunkt Scheich Issa gestartet zu haben. Zudem gab es einen Drohnenangriff auf die Ölverladungsarbeiten im Hafen von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Golf von Oman. Fudschaira ist ein wichtiger Umschlagplatz für das Murban-Rohöl der Vereinigten Arabischen Emirate – eine Menge, die etwa ein Prozent des weltweiten Bedarfs entspricht.
Unterdessen zeigen chinesische Satellitenbilder von Mizar Vision, dass sich die »USS Abraham Lincoln« von der iranischen Küste entfernt hat und nun vor Oman in der Nähe von Salalah operiert. Der Flugzeugträger befindet sich damit mehr als 1.100 Kilometer vom Iran entfernt, nachdem er zuvor etwa 350 Kilometer vor der iranischen Küste gesichtet worden war. Vergangene Woche hatte das US-Centcom noch entsprechende Aussagen aus Teheran dazu dementiert.
Nach einem Drohnenangriff auf eine nahegelegene Treibstofflagerstätte wurde der Flugverkehr am Dubai International Airport, einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, für mehrere Stunden ausgesetzt. Saudi-Arabien fing laut staatlichen Medien innerhalb einer Stunde 34 Drohnen in seiner östlichen Region ab. Bei keinem der Vorfälle wurden Verletzte gemeldet. Später hörten Reuters-Reporter auch Explosionsgeräusche in der katarischen Hauptstadt Doha.
Die Revolutionsgarden kündigten derweil am Montag abend an, in den kommenden Stunden US-Industrieanlagen in der Region anzugreifen, und forderten die Bevölkerung auf, die umliegenden Gebiete zu verlassen, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
»Wir warnen das gescheiterte amerikanische Regime, alle amerikanischen Industriebetriebe in der Region zu evakuieren, und wir rufen die Menschen in den Gebieten rund um die Industrieanlagen, an denen die Amerikaner beteiligt sind, dazu auf, diese Gebiete zu verlassen, damit ihnen kein Leid widerfährt. Diese Industriebetriebe werden in den kommenden Stunden angegriffen und getroffen werden«, erklärte die Garde in einer von den staatlichen Medien verbreiteten Erklärung. (Reuters/jW)
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