Clinton will nichts von Epsteins Machenschaften gewusst haben
Washington. Der frühere US-Präsident Bill Clinton bestreitet jegliches Wissen über die kriminellen Machenschaften des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Er habe »nichts gesehen, was mich hätte stutzig machen müssen«, sagte Clinton am Freitag hinter verschlossenen Türen vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses. In einer vorbereiteten Erklärung betonte er, er wäre niemals in Epsteins Flugzeug gestiegen, hätte er von dessen mutmaßlichem Sexhandel mit Minderjährigen gewusst. »Ich habe nichts gesehen, und ich habe nichts Falsches getan«, erklärte der Demokrat weiter. Man sei heute nur hier, weil Epstein seine Taten so lange so gut vor allen verborgen habe.
Die Befragung ist Teil einer von den Republikanern vorangetriebenen Untersuchung. Der Ausschussvorsitzende James Comer hatte Clinton und seine Frau, die frühere Außenministerin Hillary Clinton, unter Androhung einer Anklage wegen Missachtung des Kongresses zur Aussage gezwungen. Hillary Clinton war bereits am Donnerstag befragt worden und gab an, sich nicht an Begegnungen mit Epstein erinnern zu können. Sie berichtete zudem, in der siebenstündigen Sitzung auch zu UFOs und Verschwörungstheorien befragt worden zu sein. Bill Clinton nutzte in den frühen 2000er Jahren nach seiner Amtszeit mehrfach Epsteins Privatflugzeug.
Die Demokraten kritisieren das Vorgehen als politisch motiviertes Manöver, um von Vorwürfen gegen den US-Präsidenten Donald Trump abzulenken. Sie fordern, dass der Ausschuss auch Trump sowie Handelsminister Howard Lutnick vorlädt. Lutnick hat eingeräumt, Epsteins Privatinsel besucht zu haben. Trump pflegte in den 1990er und 2000er Jahren ebenfalls gesellschaftlichen Umgang mit Epstein, dessen Name in den Untersuchungsakten häufig auftaucht. Epstein nahm sich 2019 in einem Gefängnis das Leben, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Er soll zahlreichen Prominenten und einflussreichen Politikern junge Frauen und Minderjährige zugeführt haben. (Reuters/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Flugzeugträger erreicht Israel
vom 28.02.2026 -
Ohne Kommentar
vom 28.02.2026 -
Wie wird das Streikrecht durch Milei beschnitten?
vom 28.02.2026 -
Ein Ort für alle
vom 28.02.2026 -
Repression gegen links
vom 28.02.2026 -
Quittung für Labour
vom 28.02.2026 -
Der nächste Krieg
vom 28.02.2026