Afghanistan: Dutzende bei Kämpfen mit Pakistan
Kabul/Islamabad. Mindestens 42 Zivilisten sind in Afghanistan nach UN-Angaben seit der Eskalation des Konflikts mit dem Nachbarland Pakistan vor knapp einer Woche getötet worden. 104 weitere Zivilisten seien zudem zwischen dem 26. Februar und dem 2. März verletzt worden, teilte die Afghanistan-Hilfsmission der Vereinten Nationen (UNAMA) am Dienstag mit. Gründe seien sowohl indirekter Beschuss bei grenzüberschreitenden Gefechten als auch Luftangriffe gewesen. Die Zahlen seien vorläufig. Die Kämpfe zwischen den beiden Nachbarländern hielten am Dienstag an. Das afghanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass Taliban-Kräfte einen pakistanischen Militärposten in der Region Kandahar eingenommen hätten. Das pakistanische Informationsministerium berichtete von Kämpfen an mehr als zwei Dutzend Orten. Ein hochrangiger pakistanischer Insider erklärte, die Luftangriffe würden so lange fortgesetzt, bis Afghanistan konkrete Schritte unternehme, um gegen Militante vorzugehen. Wenn nicht, könnte Pakistan die oberste Führungsebene der Taliban ins Visier nehmen. Die Hilfsmission UNAMA rief zum Stopp der Kämpfe auf. Wegen der Gewalt seien schätzungsweise Tausende Menschen vertrieben worden. Die Lage für die Bevölkerung habe sich verschärft, zumal viele Afghanen noch immer unter den Folgen schwerer Erdbeben im August und September litten. Hintergrund der schwersten militärischen Konfrontation zwischen den beiden südasiatischen Staaten seit Jahren ist vor allem der Vorwurf Pakistans, dass die seit 2021 wieder in Kabul herrschenden Taliban pakistanischen Extremisten Unterschlupf bieten. (Reuters/jW)
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