Nachschlag: Feindbild reloaded
Der deutsch-französische Kultursender Arte gibt sich gerne als Botschafter der »feinen« Lebensart. In seinem Programm fährt er entsprechend auf, was altgedienten »Bildungsbürgern« gefallen soll: Film-Noir-Klassiker, kulinarische Reisen und politische Sendungen à la »Mit offenen Karten im Fokus«, die gerne weltgewandt daherkommen. Was aber in eben jenem Kurzdokumentationsformat als weltoffen und liberal verkauft wird, ist oft eher das Gegenteil, also imperialistisch und reaktionär. So verformte Moderator Pierre-Olivier François am Donnerstag in seinem Beitrag über die außenpolitischen Beziehungen der Demokratischen Volksrepublik Koreas zu Russland und China, Pjöngjang zu einer übergroßen Marionette Putins. Tatsächlich ging es dem Sender weit weniger um eine fundierte politische Analyse als vielmehr um knallhartes Kreml-Bashing. Das verwundert nicht. Schließlich steht der Feind aus Sicht des Westens weiterhin im Osten. Doch heißt er nicht mehr Sowjetunion, sondern Putin. (mo)
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