Gegründet 1947 Freitag, 20. Februar 2026, Nr. 43
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Online Extra
19.02.2026, 18:08:32 / Ausland
Nahostkonflikt

»Friedensrat«: USA sehen Gaza-Truppe auf dem Weg

2026-02-19T170704Z_678879845_RC23PJAQNFX7_RTRMADP_3_ISRAEL-PALES
Auch sie waren in Washington dabei: Argentiniens Präsident Xavier Milei und FIFA-Chef Gianni Infantino (19.2.2026)

Washington. Bei der ersten Sitzung des »Friedensrats« unter Vorsitz von US-Präsident Donald Trump haben Teilnehmer von Fortschritten bei der geplanten Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) für den Gazastreifen gesprochen. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto bekräftigte am Donnerstag in Washington, sein Land sei zur Entsendung einer »beträchtlichen Zahl von Soldaten« bereit. Er beziffert sie auf »bis zu 8.000 oder bei Bedarf auch mehr«.

Der US-Generalmajor und von Trump ernannte ISF-Kommandeur Jasper Jeffers kündigte überdies an, das muslimisch geprägte Indonesien werde den stellvertretenden Befehlshaber der Stabilisierungstruppe stellen. Nach seinen Angaben sind neben Indonesien auch Marokko, Kasachstan, Albanien und das Kosovo zur Entsendung von Soldaten bereit. Insgesamt soll die Truppe nach US-Angaben rund 20.000 Soldaten umfassen.

Fortschritte gebe es auch bei der geplanten Ausbildung palästinensischer Polizisten im Gazastreifen, sagte Jeffers weiter. Mit Ägypten und Jordanien hätten sich zwei Länder zur Ausbildung palästinensischer Polizisten bereit erklärt. Der von den USA eingesetzte »Hohe Repräsentant« für den Gazastreifen, der bulgarische Diplomat Nikolaj Mladenow, sagte, die Rekrutierung für die Polizeikräfte schreite voran. Es hätten sich bereits rund 2.000 Menschen beworben.

Die USA hatten im Januar die zweite Phase der Gaza-Waffenruhe ausgerufen, die im Oktober begonnen hatte. Laut dem US-Plan für Gaza soll in dieser Phase die Stabilisierungstruppe in dem Gebiet stationiert werden. Zudem soll Israel, das zudem regelmäßig die Waffenruhe bricht, seine Stellungen im Gazastreifen räumen, und es soll eine Übergangsverwaltung eingerichtet werden. Voraussetzung für all diese Schritte ist laut dem US-Plan allerdings eine Entwaffnung der Hamas – was diese bisher strikt ablehnt. (AFP/jW)

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Ausland