Frankreich: Elf Festnahmen nach Tod von rechtem Aktivisten
Paris. Der gewaltsame Tod eines rechten Aktivisten am Rande einer Veranstaltung der linken französischen Partei La France Insoumise (LFI) in Lyon heizt die politischen Spannungen in Frankreich vier Wochen vor der Kommunalwahl immer weiter an. Inzwischen seien elf Tatverdächtige festgenommen worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegenüber dpa. Wie der LFI-Abgeordnete Raphaël Arnault mitteilte, befindet sich einer seiner parlamentarischen Assistenten unter den Festgenommenen. Sein Arbeitsvertrag werde beendet. Inzwischen berichten Medien von einem zweiten Assistenten Arnaults, der ebenfalls in der Sache festgenommen und unter falschem Namen im Pariser Parlament beschäftigt worden sein soll.
Die Partei gerät durch die Entwicklung verstärkt unter Druck. Konservative und rechte Politiker mutmaßen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp mit Verbindungen zur Partei den Aktivisten am Rande einer rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon erschlug. Nach Medienberichten werden mehrere der Festgenommenen der antifaschistischen »Jeune Garde« zugerechnet, die im vergangenen Sommer verboten wurde und zu deren Mitgründern Arnault gehören soll. Die Regierungssprecherin verlangte einen vorübergehenden Rückzug Arnaults. Das rechte Rassemblement National forderte seinen Rücktritt. Der an der Spitze des regierenden Mitte-Rechts-Bündnisses stehende Premier Sébastien Lecornu, ein enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron, äußerte sich auf der Plattform X. Er schrieb, ohne den Ausgang der Ermittlungen vorwegzunehmen oder die Unschuldsvermutung zu ignorieren, sei La France Insoumise nun in der Pflicht: »In ihren Reihen muss aufgeräumt werden. Und zwar schnell.« LFI-ChefJean-Luc Mélenchon antwortete auf X, seine Partei akzeptiere keine Belehrungen von Lecornu. Der LFI-Abgeordnete Paul Vannier bezeichnete die Kritiker aus den anderen politischen Lagern als »unverantwortliche Brandstifter«. In Paris meldete LFI unterdessen eine Bombendrohung gegen ihre Zentrale. (dpa/jW)
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