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»Entmenschlichung der ‌Migrationspolitik«: EU billigt verschärftes Asylrecht

Foto: Foto: Joan Mateu Parra/AP/dpa
Geflüchtete aus Eritrea, Libyen und dem Sudan sitzen in einem Holzboot, bevor sie von Helfern der spanischen Nichtregierungsorganisation Open Arms im Mittelmeer unterstützt werden

Strasbourg. Das EU-Parlament hat eine weitere Verschärfung des EU-Asylrechts gebilligt und damit den ​Weg für schnellere Abschiebungen von Geflüchteten freigemacht. Die Abgeordneten befürworteten am Dienstag Vorschläge der EU-Staaten, unter denen besonders die BRD auf strengere Regeln pocht. Die Gesetzestexte werden Teil des Asyl- und Migrationspakts GEAS (Gemeinsames Europäisches ‍Asylsystem). Die Neuregelung bedarf noch der formellen Zustimmung der 27 EU-Mitgliedstaaten, um in Kraft zu treten. Sie gilt als sicher.

Teil der Beschlüsse ist die Einführung einer Liste ​von als sicher eingestuften Drittstaaten, in die ​abgelehnte Asylbewerber zurückgeschickt werden können. Dazu zählen auch Länder wie Ägypten und Tunesien, in denen Menschenrechte nicht gesichert sind. Künftig ‌können EU-Staaten einen Asylantrag ablehnen, wenn die betreffende Person in einem dieser als sicher geltenden Länder Schutz hätte finden können. Zudem sollen EU-weite Regeln für die Rückführung von Migranten geschaffen werden. Migranten, die ‍nicht freiwillig ausreisen, drohen Haftstrafen. Die neuen Regeln erlauben es den EU-Ländern auch, »Rückführungszentren« außerhalb der ‌EU einzurichten, wie es Italien bereits in Albanien getan hat.

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Hilfsorganisationen kritisierten die Pläne scharf. Sie befürchten eine Aushöhlung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951. Diese ‍verbietet die Rückführung von Asylsuchenden in Länder, in denen ⁠ihnen Gefahr droht. »Diese neuen Texte sind ein weiterer Schritt zur Entmenschlichung der ‌Migrationspolitik der Europäischen Union«, sagte die französische Grünen-Abgeordnete Mélissa Camara. »Der Text über sichere Herkunftsländer wird Hunderttausende von Menschen in große Gefahr bringen.«

Deutschland muss die GEAS-Regeln in Bundestag und Bundesrat ebenfalls noch ⁠beschließen, was spätestens im März umgesetzt werden soll. Die Regierung aus CDU/CSU und SPD hatten sich nach längerem Ringen darauf Anfang des Jahres verständigt. (Reuters/jW)

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Erschienen am 11.02.2026, Ausland

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