USA: Epstein-Vertraute schweigt vor Gericht
Washington. Ghislaine Maxwell, die enge Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, hat wie zu erwarten bei einer Anhörung vor dem US-Kongress die Aussage verweigert. Das sagte der Vorsitzende des zuständigen Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses, James Comer, am Montag (Ortszeit). Nach Angaben ihres Anwaltes sei Maxwell nur zu einer Aussage bereit, wenn US-Präsident Donald Trump sie im Gegenzug begnadige. Maxwell war 2022 wegen Kinderhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und anderer Straftaten in Verbindung mit Epstein verurteilt worden und sitzt nun eine 20jährige Haftstrafe ab.
Die Sitzung des mit dem Epstein-Skandal befassten Parlamentsausschusses fand am Montag hinter verschlossenen Türen statt, Maxwell war per Video zugeschaltet. Comer sieht eine Aussage Maxwells für die Untersuchungen als zentral an. Auch die anderen Ausschussmitglieder hätten »viele Fragen zu den von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie zu möglichen Mitverschwörern« gehabt. Nachdem der Kongress es allerdings abgelehnt hatte, Maxwell bei Kooperation rechtliche Immunität zu gewähren, sahen ihre Anwälte auch keinen Grund mehr für eine Aussage ihrer Klientin.
Im Oktober hatte Trump bereits gesagt, er prüfe eine mögliche Begnadigung. Nun setzt Maxwell ihn zusätzlich unter Druck. Nicht zuletzt ist sowieso von einem Deal hinter den Kulissen auszugehen, damit die Rolle des Präsidenten in dem Fall unklar bleibt. Im Juli wurde Maxwell kurz nach einer zweitägigen Befragung von US-Justizminister Todd Blanche in eine Haftanstalt verlegt, die Epstein-Opfer als »Wellnessgefängnis« betiteln. (AFP/jW)
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