Italien: Rechts außen stehender Vanacci kehrt Lega den Rücken
Rom. Der Machtkampf um die politische Ausrichtung der rechten Regierungspartei Lega von Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini ist eskaliert. Der stellvertretende Lega-Vorsitzende Roberto Vannacci erklärte, er wolle künftig seinen politischen Weg allein gehen. Der Ex-Armeegeneral und Europa-Abgeordnete gilt als rechtsaußen und sorgte in der Vergangenheit mit rassistischen und homophoben Äußerungen für Kontroversen. Vannacci kündigte in den sozialen Medien zudem an, seinen politischen Weg künftig mit einer neuen Bewegung unter dem Namen »Futuro Nazionale« (zu Deutsch: Nationale Zukunft) fortsetzen zu wollen.
Seit einiger Zeit schwelt in der Lega ein Machtkampf zwischen Anhängern moderater und radikaler Positionen. Die Spannungen waren zuletzt nicht länger zu verbergen. Vor wenigen Tagen drohte Vannacci bereits mit einer Abspaltung von der Lega. Salvini schrieb auf X, er sei über dessen Schritt enttäuscht.
Die Lega ist einer der kleineren Koalitionspartner von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der Rechtspartei Fratelli d›Italia (Brüder Italiens), die Italien seit mehr als drei Jahren ununterbrochen regiert – länger als fast alle anderen Regierungschefs nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Koalition gilt als stabil. In Umfragen steht die Lega bei etwa acht Prozent und damit hinter ihren beiden Koalitionspartnern. Salvini fiel zuletzt mit einer weiteren Annäherung an rechtsgerichtete Positionen auf. Er traf kürzlich etwa den britischen Rechtsradikalen Tommy Robinson. Vergangene Woche wollte seine Partei zudem eine Konferenz mit neofaschistischen Aktivsten organisieren. (dpa/jW)
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