Nachschlag: Wohlfühl-TV
Augentrost auf Arte: Die Reihe »Häuser der Kunst« holt uns raus aus der Enge der überteuerten Zweizimmerwohnung, hinein in die Idylle der Künstlerdomizile. Wie wohnte Krimischriftstellerin Agatha Christie in Ostengland oder die expressionistische Malerin Gabriele Münter mit ihrem geliebten Malerkollegen Wassily Kandinsky in Murnau? Bei soviel Idylle vergisst man leicht, dass sich Kriegs- und Exilgeschichten tief in die Mauern eingegraben haben: Agatha Christies Sommerdomizil diente nach der Kriegserklärung Nazideutschlands an England zuerst als Kinder-, dann als Soldatenheim, in Thomas Manns Villa in Nida erholten sich nach dessen Gang ins Exil Wehrmachtssoldaten. Gabriele Münter blieb am Ende allein in Murnau zurück. Kandinsky, der ihr die Ehe versprochen hatte, heiratete in Russland. Geschichten, für die man eine Menge Weichzeichnerbilder ertragen muss. (mis)
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