Gegründet 1947 Freitag, 6. Februar 2026, Nr. 31
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 06.02.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Wohlfühl-TV

Häuser der Kunst | Arte-Mediathek
c-commonswikimedia.jpg
Josephine Baker im Château des Milandes im Südwesten Frankreichs

Augentrost auf Arte: Die Reihe »Häuser der Kunst« holt uns raus aus der Enge der überteuerten Zweizimmerwohnung, hinein in die Idylle der Künstlerdomizile. Wie wohnte Krimischriftstellerin Agatha Christie in Ostengland oder die expressionistische Malerin Gabriele Münter mit ihrem geliebten Malerkollegen Wassily Kandinsky in Murnau? Bei soviel Idylle vergisst man leicht, dass sich Kriegs- und Exilgeschichten tief in die Mauern eingegraben haben: Agatha Christies Sommerdomizil diente nach der Kriegserklärung Nazideutschlands an England zuerst als Kinder-, dann als Soldatenheim, in Thomas Manns Villa in Nida erholten sich nach dessen Gang ins Exil Wehrmachtssoldaten. Gabriele Münter blieb am Ende allein in Murnau zurück. Kandinsky, der ihr die Ehe versprochen hatte, heiratete in Russland. Geschichten, für die man eine Menge Weichzeichnerbilder ertragen muss. (mis)

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.