USA wollen bis zu 7.000 IS-Angehörige von Syrien in den Irak verlegen
Damaskus. Die USA haben nach eigenen Angaben eine »Mission zur Verlegung« von Angehörigen der Miliz Islamischer Staat (IS) aus Nordostsyrien in den Irak gestartet. Ziel sei es, die sichere Inhaftierung der Gefangenen dauerhaft zu gewährleisten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit.
Im Rahmen der Operation hätten US-Streitkräfte zunächst 150 IS-Kämpfer aus einem Gefangenenlager in Hasaka im Nordosten Syriens an einen gesicherten Ort im Irak gebracht. Insgesamt könnten nach Angaben von Centcom bis zu 7.000 IS-Häftlinge aus Syrien in irakisch kontrollierte Einrichtungen verlegt werden. Es wurde nicht weiter ausgeführt, ob es sich dabei um irakische Staatsbürger oder auch Gefangene mit anderen Staatsbürgerschaften handelt.
Die syrische Übergangsregierung ist in den vergangenen Tagen in einer Offensive immer weiter in die bisher kurdisch kontrollierten Gebiete im Nordosten Syriens vorgerückt. Dort liegen auch mehrere Lager und Gefängnisse für IS-Kämpfer und deren Angehörige. Bisher waren die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) für deren Bewachung und Verwaltung zuständig. Im Zuge der Offensive sahen sie sich gezwungen unter anderem vom al-Hol-Lager abzuziehen. Es ist das größte Lager für Angehörige von IS-Kämpfern in Syrien.
Ursprünglich waren die SDF der wichtigste Partner der USA im Kampf gegen den IS. Mittlerweile gehört aber auch die Übergangsregierung der 2014 ins Leben gerufenen »Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat« an. Der US-Gesandte Tom Barrack sagte dazu gestern: Der ursprüngliche Zweck der SDF, als primäre Anti-IS-Truppe vor Ort zu fungieren, habe ausgedient. Damaskus sei nun sowohl bereit als auch in der Lage, die Sicherheitsverantwortung zu übernehmen – einschließlich der Kontrolle über IS-Haftanstalten und -Lager. (dpa/jW)
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