London genehmigt größte chinesische Botschaft in Europa
London. Die britische Regierung hat am Dienstag grünes Licht für den Bau der größten chinesischen Botschaft in Europa gegeben. Im Vorfeld hatten Sicherheitsbehörden vor angeblicher »Spionage« gewarnt.
Beijings Pläne zum Bau einer neuen Botschaft auf dem 2018 gekauften Gelände des zweihundert Jahre alten Royal Mint Court in der Nähe des Tower of London stocken seit drei Jahren. Anwohner und selbst US-Politiker hatten gegen das Projekt agitiert. Das neue Botschaftsgebäude wäre mit 55.000 Quadratmetern zehnmal so groß wie die bisherige und deutlich größer als die chinesische Vertretung in den USA. Chinas Präsident Xi Jinping bat Premierminister Keir Starmer wegen der Widerstände im vergangenen Jahr deshalb um eine Intervention. Die britische Regierung übernahm daraufhin die Kontrolle über die Planungsentscheidung.
Am Dienstag gab es grünes Licht vor einer erwarteten Reise Starmers mit einer Wirtschaftsdelegation nach China. Dies wäre der erste Besuch eines britischen Regierungschefs seit 2018. In einem ungewöhnlichen Schritt veröffentlichten zudem der Chef des MI5 und des Geheimdienstes GCHQ am Dienstag einen gemeinsamen Brief, in dem sie erklärten, es sei zwar unrealistisch, »jedes potenzielle Risiko« durch alle Botschaftsangehörigen auszuschließen. Die Regierung habe aber eine Reihe von Schutzmaßnahmen entwickelt. Politiker in Großbritannien und den USA hatten gefordert, China solle der Bau auf dem Gelände in der Nähe des historischen Londoner Finanzviertels untersagt werden. Es gebe die Gefahr, dass Beijing die unter dem Gebiet verlaufenden Glasfaserkabel von Finanzunternehmen abhöre. Öffentlich prüfbare Belege für derartige Behauptungen gibt es nicht. (Reuters/jW)
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