Weltverbesserer des Tages: WEF-Teilnehmer
Von Felix Bartels
Und jährlich grüßt das Murmeltier. Wenige Tage, nachdem der jW-Redakteur bei Mettbrötchen, Sterni und schief gesungener »Internationale« die Rosa-Luxemburg-Konferenz begangen hat, feuert der Klassenfeind mit seinem jährlichen Parteitag zurück. Stets Mitte Januar trifft sich das World Economic Forum (WEF) in Davos. Seine Losungen klingen nicht minder plakativ, haben aber den Vorteil, dass sie nicht ernst gemeint sind. »Committed to improving the state of the world«, der Verbesserung der Weltlage verpflichtet. Im Programm 2024 stand was von »langfristiger Strategie für Klima« und »klimaneutraler und naturpositiver Welt«. Das am 19. Januar beginnende Forum 2026 soll »im Geist des Dialogs« stehen.
Wer da anreist, redet vor allem mit den Füßen. Laut Greenpeace ist der Anteil derer, die via Privatjet nach Davos reisen, deutlich gestiegen. Im Vergleich zu 2024 und 2025 um zehn Prozent. In der WEF-Woche 2025 wurden 709 Privatflüge über Durchschnitt registriert, ein Jahr zuvor waren es 628, im Jahr 2023 noch 227 gewesen. Auch wenn der CO2-Ausstoß des Privatjetverkehrs nur 1,8 Prozent der kommerziellen Luftfahrt insgesamt ausmacht, dieser Anteil fällt auf eine noch deutlich geringere Anzahl von Personen. Lediglich 0,003 Prozent der Weltbevölkerung nutzt Privatjets. Auf Passagiere umgerechnet, verursacht ein Privatfluggast zehnmal soviel Treibhausgase wie Fluggäste von Linienflügen und fünfzigmal soviel wie Passagiere von Zugfahrten. Im Jahr 2024 kamen allein in Deutschland registrierte Privatjets auf 124.605 Flüge, 12.580 davon mit einer Distanz unter 250 Kilometer, 28.798 zwischen 250 und 500.
Heinrich Heine, vor bald zwei Jahrhunderten, hat das Nötige dazu gesagt: Ich kenn ihren Sinn, ich kenn ihren Text, ich kenn ihre Oligopole – ich weiß, sie sagen, spart CO2, und füllen den Himmel mit Kohle.
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