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Aus: Ausgabe vom 13.01.2026, Seite 2 / Ansichten

Mediale Ignoranz

Nur wenige Zeitungen berichteten über die Rosa-Luxemburg-Konferenz
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Voller Saal und viel Jugend auf der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am Sonnabend in Berlin

Wenn sich Tausende Linke zu einer Konferenz mit teils namhaften internationalen Referenten versammeln, sollte das ein mediales Echo finden. Nicht so in der deutschen Presse. Einige wenige Zeitungen kamen nicht umhin, über die 31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) zu berichten.

»Kraft tanken für junge und alte Linke«, hat Jana Frielinghaus ihren ausführlichen Beitrag im ND überschrieben. »Ohnehin scheint das Publikum jedes Jahr jünger zu werden«, stellt sie fest, »viele deutlich unter 20, und noch mehr zwischen 20 und 30«.

In ihrem Beitrag zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration am Sonntag – »die Demonstration ist jünger geworden – doch die Nostalgie, sie ist nicht weg« – erwähnt die Taz auch die RLK und behauptet, diese habe »in den Räumlichkeiten der Zeitung junge Welt« stattgefunden. Das wäre bei 3.700 Besuchern doch arg eng geworden.

Vor zwei Jahren hatte der Tagesspiegel anhand zufälliger Äußerungen einzelner Besucher noch eine regelrechte Kampagne gegen die RLK als »Treffen der Israel-Feinde in Berlin«, bei dem »der Hamas-Terror gesellschaftsfähig« sei, entfacht. Auch in diesem Jahr stützt sich der Beitrag des Tagesspiegels weniger auf die Vorträge – mit Ausnahme von UN-Sonderberichterstatterin für Palästina Francesca Albanese, der »bisweilen Terrorverharmlosung und israelbezogener Antisemitismus vorgeworfen« werde – als auf Gespräche auf dem Markt der Möglichkeiten. »Hier ist die NATO der Aggressor«, titelte das Blatt zuerst online, um dies einige Stunden später zu ändern. »Wo Russlands Krieg eine ›Spezialoperation‹ ist und der Donbass bloß ›um Hilfe gebeten‹ hat«, lautete nun die wohl für skandalträchtiger gehaltene Überschrift, die sich auf Äußerungen am Stand des Freidenkerverbandes bezieht. »Zur Frage, wie der Krieg in der Ukraine zu bewerten ist, gibt es auf der Konferenz ein enorm breites Meinungsspektrum«, macht der Autor allerdings gleich im ersten Satz deutlich, dass es auch ganz andere Auffassungen bis hin zum Imperialismusvorwurf an Russland gibt. Ansonsten zeigt sich der Tagespiegel irritiert von einem Palästina-Malbuch und nordkoreanischen Fähnchen an einem Stand, über die sich Besucher eher belustigt gezeigt hätten.

Während die meisten deutschen Medien die Konferenz ignorierten, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua über die RLK und den Auftritt des venezolanischen Diplomaten Martin Saatdjian bei der Manifestation. »Teilnehmer verschiedener Länder, einschließlich Deutschland, Spanien, USA und Italien, drückten ihre Opposition zum Krieg aus und riefen dazu auf, sich für Gleichheit und Frieden einzusetzen«, so Xinhua.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Andreas E. aus Schönefeld (13. Januar 2026 um 07:38 Uhr)
    Ich möchte auf diesem Wege noch einmal aus tiefstem Herzen Danke sagen an alle, die diese Konferenz zu einem großen Erfolg machten. Dass das Interesse ungebrochen ist und eher noch zunimmt, liegt auch und gerade an der Politik der Regierung in diesem Land. Hoffnung machend ist die immer größer werdende Anzahl an jungen Menschen, die zum Teil weite Wege auf sich nahmen, um an der Konferenz und am Sonntag dann bei der alljährlichen Ehrung der von der Reaktion ermordeten Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teilzunehmen. Ich selbst traf Mitglieder der Kommunistischen Jugend Österreichs aus Wien und dem roten Graz. Und lassen wir uns von der medialen Ignoranz nicht verunsichern. Es spricht sich rum, immer mehr. Ich hoffe sehr, dass die 32. Rosa-Luxemburg-Konferenz einen noch stärkeren Widerhall findet. Diese Zeit braucht solche alternativen, Mut machenden und Kraft gebenden Veranstaltungen. Noch einmal Dank und Anerkennung an das ganze Kollektiv der Genossenschaft und der Redaktion! Ihr seid großartig!

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