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Aus: Ausgabe vom 10.01.2026, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Keine Insel

Zu jW vom 2.1.: »Was sich ändern muss«

»Mag drauß’ die Welt ihr Unheil treiben, nur hier soll unsre Heimat bleiben!« Fromme Wünsche werden nicht helfen und das gallische Dorf Fußball nicht die Insel der Freiheit vor der Macht des Geldes sein. Der Hofknicks Infantinos vor Trump zeigte, wie wahr die Hymne des Finanzkapitals spricht: »Wir sind überall auf der Erde!«

Joachim Seider, Berlin

Geschäftsidee

Zu jW vom 29.12.: »Wer sogar noch den Würmern schaden will«

Da sollte doch inzwischen genug Material, ähm, aufgetaucht sein, um ein hübsches kleines Büchlein zu füllen. Vielleicht als Band 1 einer neu zu schaffenden »Edition jW« im Verlag 8. Mai?

Christoph Heuke, E-Mail

Schlimmer als Piraten

Zu jW vom 5.1.: »Hände weg von Venezuela«

Ein Staatspräsident wurde mit seiner Frau entführt. In der Tatnacht wurde Caracas großkalibrig beschossen, wie Fernsehbilder zeigten. Wehrlose wurden getötet. Die Großaktion hat historische Hintergründe. Dazu gehört, dass 1976 nach einer weltweiten Erdölkrise ausländische Ölunternehmen nationalisiert wurden. Sie wurden aber finanziell entschädigt. Als Wert hat die Regierung des Landes den Steuerwert zugrunde gelegt, den die Unternehmen selbst zur Steuerzahlung in den Bilanzen eingetragen hatten. Er entsprach so sicher nicht der realen Höhe. Präsident Trump will das rückgängig machen und möchte, dass das Personal der Ölmultis seines Landes das Ölgeschäft Venzuelas künftig übernimmt. Immerhin hat Venezuela hohe Erdölreserven. Präsident Trumps zweiter historischer Grund ist die in seinen Augen fortschrittliche Entwicklung Lateinamerikas in der letzten Epoche, an der das sozialistische Kuba einen großen Anteil hatte. Lateinamerikanische Regierungen haben sich mit den Staatenverbünden CELAC und Alba zu einer »Zone des Friedens und atomwaffenfreien Zone« erklärt. Dagegen Einmischungen, Sanktionen, Putsche und Aktionen in Guatemala, Chile, Nicaragua, Panama, wo der Staatschef Noriega gleichfalls mit Gewalt in ein US-Gefängnis gebracht wurde, in Bolivien, Peru, Argentinien.

Mexiko hat mit dem Mandat der lateinamerikanischen Länder der UNO 1974 einen Vorschlag unterbreitet, mit der Kontrolle der internationalen Konzerne eine Weltwirtschaftsordnung einzuführen. Unter der Führung der USA stimmten die G7 und ihre Fellowers dagegen.

Günter Buhlke (Exhandelsrat der DDR in Caracas), per E-Mail

Nicht vertraulich

Zu jW vom 23.12.2025: »Bescherung für Überwacher«

Randbemerkung zu »Die Vertraulichkeit von Kommunikation bleibt strikt gewahrt«: Im Internet wird das Transmission Control Protocol, kurz: TCP, zum Transport von Daten verwendet. In jedem Datenpaket (gesendet oder empfangen) ist diese Information enthalten: »lokaler Rechner«, »lokaler Port«, »entfernter Rechner«, »entfernter Port«. »Lokaler Rechner« und »entfernter Rechner« sind die jeweiligen IP-Adressen, »lokaler Rechner« sei die täglich wechselnde Kunden-IP-Adresse. Big-Data-Sammlungen (wie sie nicht nur die NSA per »Prism« veranstaltet) enthalten diese Adressdaten. Man braucht also nur »lokaler Rechner« im Datenbestand suchen und hat schon alle Datenpakete, die »entfernter Rechner« enthalten. Möglicherweise sind die Daten in den Paketen verschlüsselt, also nicht ohne weiteres lesbar, welches Ziel wann und wie oft angesprochen wurde, ist aus diesen Metadaten aber leicht ersichtlich. Man muss also nicht Pegasus oder Sherlock einsetzen. Die Google-KI schreibt: »Zusammenfassend: ›Thiel-Spionagesoftware‹ ist ein Schlagwort für die mächtige Datenanalysesoftware von Palantir, die von Sicherheitsbehörden eingesetzt wird, aber wegen ihrer Überwachungspotentiale stark in der Kritik steht, besonders in Deutschland.« Frau Hubig sollte gelegentlich googeln.

Heinrich Hopfmüller, Stadum

Cinematographischer Charakter

Zu jW vom 31.12.2025: »›Her mit dem schönen Leben!‹«

Robert Kurz hat ein Buch unter dem Titel »Die Welt als Wille und Design, Postmoderne, Lifestyle – Linke und die Ästhetisierung der Krise« geschrieben, worin er die ideologischen Begründungen von der Abwendung vom Klassenkampf hin zur Verinnerlichung des Neoliberalismus beschreibt. Die Realität seit dem Ende des sozialdemokratischen Kapitalismusmodells hin zur neoliberalen Abschaffung der scheinbaren sozialen Sicherheit, verbunden mit der Verelendung von Millionen Menschen, wird nicht mehr als relevant angesehen. Die materialistische Erkenntnistheorie wird durch subjektiven Idealismus ersetzt. Subjektiver Idealismus bedeutet anything goes – die Leugnung der Praxis und der Realität. Diese wird ersetzt durch Werbung und Filme. Die prekären Arbeitsverhältnisse werden ausgeblendet und durch filmische Erzählungen ersetzt. Aus dieser Realitätsverleugnung entstand ab den neunziger Jahren ein postmoderner Charakter als quasi gesellschaftliches Über-Ich. Ein Charakterzug, der bei den Grünen und der Linkspartei seine politische Heimat gefunden hat. Die postmoderne Ideologie, die ihren politischen Höhenflug mit dem Ende der Geschichte begonnen hat, ist beim Imperialismus zu sich gekommen.

Franz Siklosi, Einhausen

Brot und um die Rosen

Zu jW vom 31.12.2025: »›Her mit dem schönen Leben!‹«

Es ist interessant, in welch unterschiedlichen Zusammenhängen die Formulierung »Her mit dem schönen Leben« schon aufgetaucht ist. Das spricht aber nicht dagegen, sie auch in unseren Kämpfen zu verwenden, wenn klargemacht wird, dass das schöne Leben im Kapitalismus nicht möglich ist, sondern gegen ihn erkämpft werden muss. Man kann auch sagen: »Her mit dem ganzen Leben«, wie es die streikenden Textilarbeiterinnen in den USA 1912 in ihrem Song »Brot und Rosen« formuliert haben.

Peter Nowak, Berlin

Man kann auch sagen: »Her mit dem ganzen Leben«, wie es die streikenden Textilarbeiterinnen in den USA 1912 in ihrem Song »Brot und Rosen« formuliert haben.

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