Gaza: Verschanzte Hamas-Kämpfer getötet
Gaza-Stadt. Die israelische Armee hat die Tötung von vier Hamas-Kämpfern gemeldet, die aus Tunneln im südlichen Gazastreifen aufgetaucht waren. In der Nacht zu Sonntag seien in Rafah »vier Terroristen identifiziert« worden, teilte die Armee mit. Sie seien »aus unterirdischen Anlagen in dem Gebiet gekommen«. Unter Anleitung der Luftwaffe hätten Soldaten »die Terroristen eliminiert«. Rafah liegt im Gebiet der sogenannten gelben Linie, das im Rahmen der Waffenstillstandsverhandlungen unter israelische Kontrolle gestellt wurde. Die Soldaten würden weiterhin handeln, »um jede unmittelbare Bedrohung zu beseitigen«, erklärte die Armee am Sonntag. Am Freitag hatte die israelische Armee mitgeteilt, dass bislang mehr als 30 Islamisten getötet worden seien, die versucht hätten, aus den Tunneln zu fliehen.
Vergangene Woche Donnerstag hatte die Nachrichtenagentur AFP aus Hamas-Kreisen und Vermittlerkreisen erfahren, dass Verhandlungen über den Verbleib der noch in den Tunneln verbliebenen Hamas-Kämpfer im Gange seien. Die Hamas hatte zuvor erstmals öffentlich eingestanden, dass sich Kämpfer der Organisation noch in den Tunneln befinden. Die Islamisten riefen die Vermittlerstaaten am Mittwoch dazu auf, Israel dazu zu drängen, ihnen freies Geleit zu gewähren. Ein Hamas-Vertreter sprach gegenüber AFP von »60 bis 80« in Tunneln im südlichen Gazastreifen festsitzenden Kämpfern. Israelische Medien berichteten von bis zu 200 Militanten, die sich noch außerhalb israelisch kontrollierter Gebiete in den Tunneln befänden.
Die Zahl der Todesopfer im Gazastreifen seit Beginn des Krieges vor über zwei Jahren ist am Sonnabend nach Angaben der Behörden in Gaza-Stadt auf über 70.000 gestiegen. Seit Beginn der jüngsten Waffenruhe mit Israel am 10. Oktober seien 354 Palästinenser durch israelische Angriffe getötet worden. Das Max-Planck-Institut in Rostock hatte vergangene Woche Schätzungen veröffentlicht, wonach mehr als 100.000 Menschen seit dem 7. Oktober 2023 gestorben sind. (AFP/jW)
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