Zum Inhalt der Seite

Schmähpreis für Werbung mit Klischees

Bonn. Bei Produkten und Werbebotschaften setzen Hersteller gerne auf Geschlechterstereotype, etwa dass Jungs Dinos und Mädchen Einhörner mögen. Nicht selten schlagen sie eine sogenannte Pink Tax auf, so dass nahezu identische Produkte Frauen mehr kosten als Männer. Für ihren gleichnamigen Schmähpreis hat die Initiative »Goldener Zaunpfahl« deshalb am Montag aus mehr als 300 Einsendungen zum neunten Mal sieben Konzerne wegen besonders »absurdem Gender-Marketing« nominiert: Tchibo, den Kleidungshersteller Strauss, die Kinderrucksackmarke Ergobag, den Shampoohändler Dr. Kurt Wolff GmbH, Dr. Oetker, den Verlag Gräfe & Unzer sowie den Getränkespezialisten Drinkstar. »Das Problem sind nicht ein paar schlecht gemachte Kampagnen – das Problem ist ein System, das uns traditionelle Klischees als Fortschritt verkauft«, kommentierte Almut Schnerring, Initiatorin des Projekts. Wer den »Zaunpfahl« bekommen soll, kann online abgestimmt werden. (AFP/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 17.10.2025, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!