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23.09.20251 Leserbrief
- → Natur & Wissenschaft
Besoffene Affen
Wissenschaftler der University of California in Berkeley sind der Antwort auf die Frage, warum der Mensch seit jeher alkoholische Getränke konsumiert, einen Schritt näher gekommen. Sie untersuchten im Kibale-Nationalpark in Uganda sowie im Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire, welches Obst die dort lebenden Schimpansen besonders häufig fressen. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Affen besonders häufig zu Früchten mit hohem Ethanolgehalt greifen und sich offenbar gezielt berauschen. Die tägliche Aufnahme von etwa 4,5 Kilogramm Früchten entspreche rund 14 Gramm Alkohol, also dem Konsum einer 0,33-Liter-Flasche Bier. Bezogen auf das Körpergewicht der Schimpansen im Vergleich zum Menschen entspreche dies jedoch dem Konsum von etwas mehr als einem halben Liter Bier. Die Forscher sehen in diesem Verhalten einen Beleg für die sogenannte Drunken-Monkey-Hypothese, derzufolge der menschliche Alkoholkonsum evolutionsgeschichtlich erklärbar sei. Da Geruch und Geschmack von Ethanol auf einen hohen Kaloriengehalt der Nahrung hindeuten, könnte die Vorliebe für die sensorischen Reize von Alkohol für Tiere, deren Ernährung zu einem beträchtlichen Teil auf Zuckern basiert, einen evolutionären Vorteil bieten. (jW)
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Onlineabonnent*in Heinrich Hopfmüller aus Stadum 23. Sept. 2025 um 12:25 UhrDas schreibt die google-KI als Antwort-Übersicht auf die Frage »gene für alkoholabbau bei affen«: »Das Gen für den effizienten Alkoholabbau bei Affen ist ein spezifisches ADH4-Gen, das eine Mutation aufweist, welche die Funktion des zentralen Enzyms 40-mal verbessert. Diese genetische Anpassung war wahrscheinlich eine Reaktion auf die Aufnahme vergorener Früchte vom Boden, die einen Überlebensvorteil darstellte, da sie eine effizientere Nutzung dieser energiereichen Nahrungsquelle ermöglichte.« Weiter: »Vergleich mit dem Menschen: Menschen und afrikanische Menschenaffen teilen diese genetische Besonderheit. Die Anpassung ist daher auch für den Menschen von evolutionärer Bedeutung, da wir ebenfalls eine lange Geschichte des Konsums von fermentierten Früchten haben.« Man kann den Prohibitionismus also vom Kopf auf die Füsse stellen.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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