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Verteidigung fordert Freispruch für Hanna S.

München. Im Prozess wegen Angriffen auf mutmaßliche Faschisten in Budapest gegen die Nazigegnerin Hanna S. hat die Verteidigung am Montag auf Freispruch plädiert. Außerdem verlangten die Anwälte von S. vor dem Oberlandesgericht München eine Entschädigung für die Untersuchungshaft sowie die Aufhebung des Haftbefehls, wie das Gericht mitteilte. Das Urteil in dem Fall soll am 26. September verkündet werden.

Die Bundesanwaltschaft hatte für S. eine Haftstrafe von neun Jahren wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gefordert. Die Behörde wirft S. vor, an den Angriffen im Februar 2023 in der ungarischen Hauptstadt Budapest beteiligt gewesen zu sein. Zu dem Zeitpunkt waren die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Faschistentreffs »Tag der Ehre« angereist. Die Veranstaltung soll an die im Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee eingekesselten Wehrmachtssoldaten sowie deren Kollaborateure erinnert werden, von denen einige einen Ausbruchsversuch aus der Budapester Burg unternommen hatten.

Die Anklage wirft S. vor, sich vor dem Angriff einer Gruppe angeschlossen haben, deren Angehörige eine »militante linksextremistische Ideologie« teilten sowie den Rechtsstaat und das staatliche Gewaltmonopol ablehnten. (AFP/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.09.2025, Seite 15, Antifaschismus

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