Türkische Feministin legt Kopftuch ab
Istanbul. »Ich werfe das Kopftuch der Regierung und dem Religionsamt vor die Füße« – mit dieser Erklärung hat die türkische Frauenrechtlerin Berrin Sönmez ihr Kopftuch abgelegt, wie dpa am Mittwoch meldete. Jahrzehntelang habe die 64jährige Muslimin das Tuch getragen, nun verzichte sie aus Protest darauf. Auslöser sei eine Freitagspredigt der Religionsbehörde Diyanet von Anfang des Monats, in der das Zeigen von zuviel Haut und Haar insbesondere an »öffentlichen Orten« als »Verfall von Moral und Anstand« gebrandmarkt worden war. Sie habe sich immer geschworen, das Kopftuch abzulegen, sollte das Tragen Pflicht werden, so Sönmez. Nun sehe sie diese Gefahr. Denn obwohl die Türkei offiziell ein laizistisches Land ist, hat der Fundamentalismus unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan Oberwasser gewonnen. (dpa/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feminismus
-
Weibliche Auftragsmörder
vom 29.08.2025 -
Sorgen lohnt nicht
vom 29.08.2025