Letzter Wille

Ich, Betssy Betzabet Chávez Chino, in voller geistiger Zurechnungsfähigkeit, hinterlasse dieses Testament, während ich mich zu Unrecht in der Strafanstalt Anexo Mujeres Chorrillos, Pavillon 1, im regulären geschlossenen Vollzug befinde, damit meine Mutter, Frau Herminia Chino Calli, meine Rechte und zivilrechtlichen Ansprüche geltend machen kann, da sie meine im öffentlichen Register eingetragene gesetzliche Vertreterin ist und über eine notariell beglaubigte Vollmacht und die entsprechenden Befugnisse verfügt.
Mit diesem eigenhändig verfassten Dokument möchte ich meinen letzten Willen bekunden, da es mir menschlich unmöglich ist, all den Misshandlungen und Demütigungen durch Beamte des Justizministeriums, die direkt Frau Dina Ercilia Boluarte Zegarra unterstehen und deren einziges Ziel es ist, mich zu ermorden, weiterhin physisch zu widerstehen, da die Unterzeichnerin bis heute unter unmenschlichen und illegalen Handlungen der Belästigung, der Gewalt und der Folter leidet, die nicht nur weiter andauern, sondern von Tag zu Tag schlimmer werden, wodurch mir sogar der Zugang zu grundlegenden hygienischen Einrichtungen verwehrt wird, ich ständigen Todesdrohungen ausgesetzt bin und mir nicht gestattet wird, mich mit meinem Verteidiger zu treffen, wie es die Strafprozessordnung vorschreibt.
Meine Situation hat zu einer Zwangsmaßnahme in Form eines Hungerstreiks geführt, den ich vor fünfzehn Tagen begonnen habe, in gutem Glauben, dass die INPE (Gefängnisbehörde, jW) die Belästigungen und Misshandlungen einstellen würde, indem sie der sofortigen Anordnung der Direktorin Nelly Asprino Guardales, ihrer Chefin Vilma Paucar und ihres Sicherheitschefs Edwin Givoba Hendorgan nachkommt. Allerdings versuchen sie, mich daran zu hindern, mich in der mündlichen Verhandlung zu verteidigen, und wollen, dass ich nur als Dekoration anwesend bin, da sie mich mit Fluoxetin und Lamotrigin unter Drogen setzen, bevor ich zur Gerichtsverhandlung geschickt werde. Unter diesen Umständen ist es meine Entscheidung:
Erstens: Ich werde meine Protestaktion in Form eines Hungerstreiks wiederaufnehmen und radikalisieren. Ich werde weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Wiederbelebung in einem Krankenhaus zulassen, da es keinen Sinn ergibt, mich mit Wasser zu versorgen, wenn die Misshandlungen durch die INPE weitergehen. Das ist mein Wille.
Zweitens: Ich bitte den Jesuitenpater Manuel Alonso, mir seinen Segen zu geben.
Drittens: Ich bitte um einen Videoanruf, um mich von meinen Eltern José Álvarez Cueva und Herminia Chino Calli zu verabschieden, die mich bedingungslos geliebt haben und von denen ich weiß, dass die Justiz ihnen als meinen Vorfahren alles zurückgeben wird, was mir genommen wurde.
Viertens: Ich bitte darum, dass meine sterblichen Überreste Dr. Raúl Rubén Noblecilla Olaechea in der Leichenhalle von Lima übergeben werden und das gesetzliche Protokoll eingehalten wird und er dafür zuständig ist, sie in meine Heimatstadt Tacna zu bringen, wo ich darum bitte, dass sie eingeäschert werden.
Fünftens: Ich verabschiede mich und bekräftige meinen pazifistischen Charakter und meine Stimme in den Herzen aller Peruaner, die sich ein gerechteres und humaneres Peru wünschen.
Chorrillos, 19. August 2025.
Betssy Betzabet Chávez Chino
DNI 45748692
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Im Folterknast
vom 25.08.2025