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DGB-Umfrage: Achtstundentag beliebt

Berlin. Könnten die Beschäftigten in Deutschland selbst über ihre Arbeitszeit bestimmen, würden rund drei von vier maximal acht Stunden am Tag arbeiten. Das geht aus einer neuen Beschäftigtenbefragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Ein Viertel aller Befragten (26 Prozent) würde zwischen acht und zehn Stunden arbeiten. 98 Prozent wollen demnach nicht länger als zehn Stunden pro Tag arbeiten. Ihren Arbeitstag um 18 Uhr beenden möchten 95 Prozent der Beschäftigten, die große Mehrheit möchte am Abend keine Arbeit nachholen. 43 Prozent der Befragten überschreiten den Achtstundentag aber sehr häufig oder oft, wie aus dem DGB-Index hervorgeht. Bei weiteren 36 Prozent kommt dies selten vor. Nur rund einer von fünf Beschäftigten arbeitet nach eigenen Angaben nie länger als acht Stunden. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.2025, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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  • Onlineabonnent*in Manfred G. aus Manni guerth 24. Juli 2025 um 20:04 Uhr
    Hallo Chef, das monatliche Gehaltsvolumen meines Arbeitstarifs ist nun aufgebraucht. Ich arbeite nun mit reduziertem Einsatz. Möchten Sie weiterhin meine volle Arbeitsleistung nutzen? Dann können Sie unter »Arbeitnehmer.de« zusätzlich für 7 bis 14 Tage mein Arbeitsvolumen ab 789 Euro buchen. Bitte beachten Sie, dass zuviel gebuchtes Arbeitsvolumen nicht auf den Folgemonat übertragen werden kann und mit der nächsten Gehaltszahlung verfällt. Ihr vertrauensvoller Mitarbeiter Manni Guerth
  • Onlineabonnent*in Franz S. 24. Juli 2025 um 14:58 Uhr
    Die DGB-Umfrage ist vermutlich eine Reaktion auf den im Koalitionsvertrag der Merz/Pistorius-Regierung vereinbarten Angriff auf den gesetzlichen Achtstundentag. »98 Prozent wollen demnach nicht länger als zehn Stunden pro Tag arbeiten«. Muss der DGB erst die Beschäftigten fragen, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es nicht gut ist, länger als 10 Stunden zu arbeiten? Warum ist bei den Befragten der »Achtstundentag beliebt«? Wurde etwa die Frage nach einem 7-Stunden-Normalarbeitstag bei 35 Wochenstunden vom Sozialpartner DGB gar nicht gestellt? Dabei wäre dieses Thema 107 Jahre nach der gesetzlichen Festlegung des Achtstundentags und 40 Jahre nach dem Einstieg in die 35-Stunden-Woche längst fällig. »Die gebratene Ameise. Bei den fleißigen Ameisen herrscht eine sonderbare Sitte: Die Ameise, die in acht Tagen am meisten gearbeitet hat, wird am neunten Tage feierlich gebraten und von den Ameisen ihres Stammes gemeinschaftlich verspeist. Die Ameisen glauben, dass durch dieses Gericht der Arbeitsgeist der Fleißigsten auf die Essenden übergehe. Und es ist für eine Ameise eine ganz außerordentliche Ehre, feierlich am neunten Tage gebraten und verspeist zu werden. Aber trotzdem ist es einmal vorgekommen, daß eine der fleißigsten Ameisen kurz vorm Gebratenwerden noch folgende kleine Rede hielt: ›Meine lieben Brüder und Schwestern! Es ist mir ja ungemein angenehm, das Ihr mich so ehren wollt! Ich muß Euch aber gestehen, daß es mir noch angenehmer sein würde, wenn ich nicht die Fleißigste gewesen wäre. Man lebt doch nicht bloß, um sich totzuschuften!‹. ›Wozu denn?‹ schrien die Ameisen ihres Stammes – und sie schmissen die große Rednerin schnell in die Bratpfanne – sonst hätte dieses dumme Tier noch mehr geredet.« Paul Scheerbart (1863-1915)
  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus Stadum 24. Juli 2025 um 14:25 Uhr
    Hat der DGB nicht nach der Wunschzahl von Arbeitstagen pro Woche gefragt? Was bedeutet »Arbeit nachholen«? War früher nicht mal was mit sieben Stunden am Tag und fünf Arbeitstage in der Woche? Wie weit ist die Amnesie (bei Fragern und Befragten!) schon fortgeschritten?
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