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Polizisten trainierten mit Kriegsmunition

Schwerin. Spezialkräfte der Polizei haben in Mecklenburg-Vorpommern offenbar nicht nur jahrelang auf einem privaten, der faschistischen Szene zugeordneten Schießplatz in Güstrow trainiert und dies teils mit Munition aus Polizeibeständen bezahlt, sondern auch illegale Munition verschossen. Auf Anfrage des NDR habe das Innenministerium in Schwerin bestätigt, dass die Beamten »im Zeitraum von 2015 bis 2019 augenscheinlich auch Munition verschossen« hatten, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegt und auf dem Platz »Großer Bockhorst« nicht habe verwendet werden dürfen, wie der Sender am Dienstag berichtete. Der Staatsanwaltschaft Rostock zufolge sei 2021 wegen möglicher Verstöße gegen das Gesetz ermittelt worden. Der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Die Waffenbehörde ermittelte anschließend gegen den Betreiber auch wegen Verwendung nicht erlaubter Munition. Das Verfahren wurde 2022 eingestellt. Wie eine Sprecherin des Landkreises Rostocks auf NDR-Anfrage sagte, wurde darauf vertraut, dass die Vorschriften durch die dort trainierenden Beamten eingehalten werden. Das Trainieren auf dem Schießstand war im Zuge von Ermittlungen gegen das militant-faschistische »Nordkreuz«-Netzwerk ans Licht gekommen. Der Vorsitzende des Betreibervereins, Frank T., war Mitglied einer »Nordkreuz«-Chatgruppe. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2025, Seite 15, Antifaschismus

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