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Aus: Ausgabe vom 10.07.2024, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gedankenpolizei der Zukunft

Minority Report | Mo., 22:35, Kabel eins
Von Barbara Eder
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Sehen, das blind macht: Elektronisches Insektarium in »Minority Report«

Antizipation und Naherwartung sind auf die Zukunft gerichtete Formen des Erkennens, für die es seit der Antike eigene Medien gibt. In Philip K. Dicks Kurzgeschichte »Minority Report« erweisen sich diese als televisionäre Apparate im Dienst einer obskuren Gedankenpolizei: Genmanipulierte Hellseherinnen, die halluzinierend in einer Salzlauge liegen, sollen mittels präkognitiver Fähigkeiten künftige Morde verhindern. Der Precrime-Polizist John Anderton zählt anfangs zu den härtesten Verfechtern dieses Systems – und gerät in Steven Spielbergs Verfilmung selbst ins Visier der Ermittler. Seine Unschuld beweisen kann er nicht – das Minderheitenvotum ändert nichts an den dominanten ideologischen Anrufungen; statt dessen setzen sich die Mechanismen der Überwachung in Andertons Kopf fest wie ein zweites Bewußtsein. Die Zukunft erscheint in Spielbergs Sci-Fi-Thriller wie eine zugespitzte Zustandsbeschreibung der Gegenwart, in der Techniken des maschinellen Lernens künftige Entwicklungen vorwegnehmen. (be)

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