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Aus: Ausgabe vom 24.05.2024, Seite 12 / Thema
Geschichte der Arbeiterbewegung

Der Proleten Lehrer

Ein langes und bewegtes Leben in der Arbeiterbewegung. Hermann Duncker zum 150. Geburtstag
Von Heinz Deutschland
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Nimmermüder Dozent. Hermann Duncker, geboren am 24. Mai 1874 in Hamburg, gestorben am 22. Juni 1960 in Bernau, hier in der Volkshochschule Berlin-Prenzlauer Berg, 1948

Hermann Duncker (1874–1960) gehört zu den legendären Gestalten der deutschen Arbeiterbewegung. Er hat sich in der Zeit seines Wirkens vom Beginn bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bleibende Verdienste vor allem in der Bildungsarbeit der Gewerkschaften und der Arbeiterparteien erworben. Seinen Weg zum Lehrer in der Arbeiterbewegung und für den Sozialismus begann er in Leipzig mit seinen Bildungsabenden ab 1893, in denen er Kurse über die »wissenschaftlichen Grundlagen des Sozialismus«, die »Volkswirtschaftslehre«, über »Karl Marx und die Gewerkschaften« anbot und andere, damals aktuelle Themen wie Volksbildung, Reichstagswahlen, Zölle, revolutionäre Bewegung in Russland und moderne Dichtung behandelte.

Der Stuttgarter Metallarbeiter und Gewerkschafter Jakob Walcher erinnerte sich anlässlich des 75. Geburtstages von Hermann Duncker: »Es war nur ganz wenigen Vortragenden beschieden, bei Menschen, die sich nach einer acht-, neun- und auch zehnstündigen harten Arbeit zu seinen Kursen einfanden, ein solches Interesse für schwierige theoretische Fragen wachzurufen und wachzuhalten, wie das Hermann Duncker zu tun vermochte«.¹ So hatte Walcher ihn selbst erlebt.

Lebenslanger Wanderlehrer

Eine wichtige Etappe im Leben und Wirken Hermann Dunckers war seine Tätigkeit als sozialdemokratischer Wanderlehrer. Von 1907 bis zum Sommer 1914 hat er »ganz Deutschland von Norden nach Süden, von Osten nach Westen durchzogen« und an unzähligen Orten in Kursen von jeweils acht Abenden mehr als 18.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in »marxistische Grundgedanken und Grunderkenntnisse« eingeführt.²

In den Duncker-Kursen, wie sie oft plakatiert wurden, wurde Politische Ökonomie, die Klassenlage des Proletariats und Parteigeschichte gelehrt.³ Sich an diese Jahre seiner Tätigkeit erinnernd, berichtete Hermann Duncker in den 1950er Jahren: »Stets war ein Kreis zusammen, der sich für die Sache der Arbeiterklasse interessierte. (…) Unter den Teilnehmern waren auch viele Frauen und Ehepaare. (…) Ich hatte sehr viel Freude an der Arbeit, sprach stets ohne Konzept, arbeitete immer seminaristisch und stellte den Zuhörern Fragen. Immer ging ich von den aktuellen Ereignissen oder von sozialen Bedingungen aus, die meinen Hörern bekannt waren. Auf entsprechende Literatur wies ich hin. Die Abende waren sehr rege, die Mitarbeit wundervoll, die Hörerzahl verringerte sich nie«.⁴ Neben den fachlich und seminaristisch orientierten Kursen bot Hermann Duncker auch Veranstaltungen zu Literatur, Musik und Kunst an, trug er Gedichte und Lieder vor.

In all diesen Jahren stand Hermann Duncker gemeinsam mit seiner Frau Käte auf dem linken Flügel der sozialdemokratischen Partei und in den großen Klassenschlachten an der Seite der kämpfenden Arbeiter. Gemeinsam mit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Franz Mehring, Clara Zetkin, Wilhelm Pieck kämpften sie für den Sieg der Novemberrevolution in Deutschland, wurden sie Mitbegründer der KPD.

Nach der Niederlage der Revolution wurden Käte und Hermann Duncker von der rechtslastigen Reaktion verfolgt, Hermann sogar zeitweilig eingekerkert. Den Klauen der Mordkommandos entronnen, stellten sie ihr Wissen, ihre Kraft und Erfahrungen in den Dienst der Kommunistischen Partei. Wieder zog Hermann Duncker als Wanderlehrer und Lehrer an Parteischulen von Ort zu Ort, unterwies Zehntausende von Kursteilnehmern – Arbeiter, Angestellte, Intellektuelle und Künstler – in marxistischer Philosophie, marxistischer politischer Ökonomie und in der Geschichte des Sozialismus. Er war Mitbegründer der im Winter 1926/1927 entstandenen Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) und arbeitete als Lehrer an dieser bedeutenden Bildungsstätte sowohl in Berlin als auch in ihren Außenstellen.

Die Dresdener Schriftstellerin Auguste Lazar, die um 1930 Vorträge von Hermann Duncker zur Politischen Ökonomie hörte, schrieb in ihren Erinnerungen: »Ach, kam ich mir dumm vor. Die jungen proletarischen Freunde begriffen die Mehrwerttheorie viel schneller als ich. Wäre Hermann Duncker nicht ein so wunderbarer Lehrer gewesen, hätte ich sicher den Mut verloren und aufgegeben. Er verstand es, die wuchtigen Barren marxistischer Politökonomie sozusagen in kleine Münze umzusetzen, die leichter zu handhaben war.«⁵

Die faschistische Terrorherrschaft unterbrach vorübergehend Hermann Dunckers Bildungsarbeit in Deutschland. Eingekerkert, befreit, aber unter polizeilicher Beobachtung stehend, verließ er Deutschland 1936. Auch im Exil setzte er seine Bildungsarbeit fort – oft unter widrigen Umständen –, so in Dänemark und England, vor allem jedoch in Frankreich als Mitarbeiter an der »Freien Deutschen Volkshochschule«, und später auch unter gänzlich anderen Bedingungen in den USA. Hier hatte Hermann Duncker Gelegenheit, mit dem Sänger und Friedenskämpfer Paul Robeson zusammenzutreffen. An diese Begegnung hat er sich immer wieder erinnert. »Wir saßen nebeneinander und Robeson sprach von dem Bruder Duncker. Er sang seine Lieder, und der ganze Eindruck, den ich von ihm als Persönlichkeit gewann, macht mir mein Zusammentreffen mit Robeson unvergesslich. Ich glaube wirklich, dass es eine ehrliche und tiefe Brüderlichkeit zwischen den Völkern gibt, gleich welche Hautfarbe sie haben und welche Sprache sie sprechen.«⁶

Nach der Rückkehr 1947 stellte sich Hermann Duncker, obwohl nun schon 73 Jahre alt, mit bewundernswerter Energie und Vitalität der Aufgabe, in der sowjetischen Besatzungszone und dann in der DDR, vor allem deutschen aber auch ausländischen Gewerkschaftern marxistisches Gedankengut vermitteln zu helfen. Dazu hatte er reichlich Gelegenheit: als nimmermüder Dozent, Diskussionspartner und Autor, als Dekan und Professor an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock (1947/1948) und schließlich seit Februar 1949 als Rektor/Direktor der Bundesschule, später Gewerkschaftshochschule des FDGB, in Bernau bei Berlin.

Konsequenter Antimilitarist

Hermann Duncker hat in seinem langen Leben viele Rückschläge und Niederlagen verkraften müssen, insgesamt aber wohl ein erfülltes Leben gelebt. Er starb hochgeehrt kurz nach seinem 86. Geburtstag, am 22. Juni 1960, und wurde auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin Friedrichsfelde beigesetzt.

Jedes Jahr im Januar bei der Demonstration zum Friedhof Friedrichsfelde legen ehemalige Schüler und Schülerinnen rote Nelken an der Grabplatte Hermann Dunckers nieder und gedenken am 24. Mai seines Geburtstags, insbesondere an den Wirkungsstätten dieses aufrechten Sozialisten und charismatischen Lehrers. »In drei Ländern hörte ich bei meinem Lehrer Hermann Duncker Vorlesungen über das Manifest. Duncker (…) gehört zu jenen nicht mehr Lebenden, der noch mit Tränen der Ergriffenheit in den Augen über marxistische Theorie sprach«, erinnerte sich Stephan Hermlin 1983 an ihn.⁷

Eine Würdigung des Wirkens von Hermann Duncker und seiner Verdienste um die sozialistische Bildungsarbeit anlässlich seines 150. Geburtstags schließt unabdingbar auch ein Nachdenken über sein Vermächtnis ein. In seinen Reden und Artikeln, in den überlieferten Briefen⁸ und in seinen Gedichten⁹ finden sich nicht zu übersehende Hinweise, die das Zentrum seiner Fragen und seines Denkens offenbaren. Zum Beispiel: Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnissen einer Gesellschaft einerseits und der Entwicklung rechten Denkens andererseits.

Hermann Duncker war konsequenter Antimilitarist und Kriegsgegner, und zwar durchaus im Sinne des Appells von Antje Vollmer, dass es heute mehr denn je gilt, »den Krieg gründlich zu verlernen«.¹⁰ Zu wiederkehrendem Geschrei nach forcierter Rüstungsproduktion und damit verknüpften geläufigen Forderungen, das Land und die junge Generation »kriegstüchtig« zu machen, hat er sich schon 1911 klar und deutlich geäußert: »Krieg ist Massenmord. Ohne allen romantischen Zauber werden da Millionen zur Schlachtbank geführt, werden Hunderttausende niedergemetzelt. (…) Immer sind es die Proletarier! Immer sind es die Arbeiterknochen, die die Schlachtfelder düngen! (…) Jungens, kaltes Blut! – Für euch gibt es da nichts zu holen.«¹¹

Als Soldat im Ersten Weltkrieg selbst hautnah mit den furchtbaren Folgen des Krieges konfrontiert, schrieb Hermann Duncker in den Briefen an seine Frau Käte: »Es gibt nichts Grauenvolleres als Krieg (…) ich kann nicht durch Morden mein Leben erhalten (…) Die Vertierung des Menschen im Krieg ist ganz ungeheuerlich (…) die Menschen werden im Kriege nicht nur körperlich, (sondern) auch moralisch gezeichnet und verlieren das Brandmal ihr Leben (lang) nicht.«¹² Im August 1941 mahnte Hermann Duncker in einem Gedicht: »O Mensch, vergiß nicht, dass Zerstörungskraft, / In der Du ungeahnter Sieger bist / Und Dich mit allen Zeiten teuflisch misst, / Kein winzig Brot und Kohle schafft, / Bist Du des Bösen Herr, zerbrich die Waffen. / Wetteifre nur im Glück- und Eintrachtschaffen!«¹³

Gegner des Faschismus

In seiner Bildungsarbeit hat Hermann Duncker stets für das Verstehen eines Andersdenkenden geworben. Es ging ihm um den Respekt vor der Verschiedenheit, um verlässliche Sicherheit, um Kräftegleichgewicht und Zukunftsperspektive. Er war ein Mann der Multipolarität. Er hat sich immer für eine Kooperation auf Augenhöhe, mit Respekt für die Interessen und Leistungen der anderen Seite, für freundschaftliche Beziehungen zwischen den Menschen, für friedlichen Austausch auf allen nur erdenklichen Gebieten zum gegenseitigen Vorteil engagiert. Es gibt noch genug Menschen in Deutschland, die das schon einmal ausprobiert und erfahren haben und die ihm deshalb zustimmen. Frieden und friedliche Zusammenarbeit in Europa werden nur zu erreichen und dauerhaft zu sichern sein, wenn die Sicherheitsinteressen aller Staaten und Partner anerkannt und respektiert werden.

Hermann Duncker hatte Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut. Die Errichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland und die Zerschlagung der Arbeiterorganisationen hat er immer auch als persönliche Niederlage empfunden. Man kann daran ermessen, was er zu den gegenwärtigen Aktivitäten und den besorgniserregenden Erfolgen der Rechten in der Bundesrepublik Deutschland, namentlich der AfD, der diversen faschistischen Gruppen und der rechtslastigen, zum Teil prominenten Personen in den anderen Parteien bis hinein in die aktuelle Regierungskoalition zu sagen gehabt hätte. In diesem Sinn hat gewerkschaftliche Bildungsarbeit die Aufgabe, die lohnabhängig Beschäftigten dazu zu befähigen, dem rechten Gedankengut in all seinen Erscheinungsformen entgegenzutreten, auch dem völkischen Nationalismus, der auch damals schon die Existenz von Lohnabhängigen und deren Organisationen gefährdete.

Gestützt auf Hermann Duncker können wir das Blendwerk des AfD-Programms analysieren und fragen, warum das Programm kein Wort zur Konzentration von Macht und Reichtum in Wirtschaft und Gesellschaft und zu deren Überwindung enthält und wir können warnen, dass das Bekenntnis zu »einer deutschen Leitkultur«, zur Abschottung von den »kulturfremden« Menschen aus Afrika und Asien sich nicht nur gegen Muslime, sondern generell gegen »Artfremde« richtet, also auch gegen jeden Juden in Deutschland. Die »Abschaffung der Einheitsschule« und die Einrichtung von Klassen für »starke« und »schwache Schüler« können wir mit ihm als eine Rückkehr zum Bildungsprivileg der Vergangenheit charakterisieren, das in erster Linie Kinder aus finanziell schwächeren Familien trifft und damit benachteiligt.

An der Seite des Benachteiligten

Wie in der Vergangenheit stünde Hermann Duncker heute an der Seite der Benachteiligten, der prekär Beschäftigten, der für ihre Rechte und Belange kämpfenden Frauen, um das Prinzip »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« in allen Branchen und auf allen Ebenen endlich durchsetzen zu helfen. Die Ausgestaltung einer umfassenden Bildungsarbeit in den Gewerkschaften und in seiner Partei wäre ihm ein Herzensanliegen, weil nur so die Herausbildung und Vertiefung eines Klassenbewusstseins zu befördern ist, weil nur der wissende Arbeiter, Angestellte, Lehrer, Pfleger, Arzt, Wissenschaftler und Künstler, – jeder in seinem speziellen Umfeld – seine Interessen erkennen und seine Rechte einfordern kann.

Die aktuellen Forderungen des Arbeitgeberpräsidenten oder des Generalsekretärs der FDP nach Einschränkungen des Streikrechts hätte Hermann Duncker entschieden zurückgewiesen, die Erfahrungen des langjährigen Streikführers der NGG, Jürgen Hinzer, unter dem Motto: »Wer nicht hören will, wird bestreikt!«¹⁴ hingegen zum Studium empfohlen.

Initiativen zur Ausweitung der Mitbestimmung in den Betrieben wären von Hermann Duncker begrüßt und unterstützt worden. Zum Beispiel die Anregung der Gewerkschaft Metall zur Etablierung einer Stunde sogenannter Demokratiezeit für die Belegschaften. Einer Stunde während der Arbeitszeit, in der über die Zukunft der Produktion und andere Fragen beraten werden sollte. Gleiches gilt für den Vorschlag der Gewerkschaft Verdi, unter dem Begriff der Gemeinwohlökonomie die Mitbestimmung im Bereich des öffentlichen Dienstes Schritt für Schritt zu erweitern. Auf diese Weise können allmählich immer mehr Menschen in der Produktion und im Bereich der Dienstleistungen in grundsätzliche Entscheidungen zur Gestaltung ihres Lebens und ihrer Umwelt einbezogen und Voraussetzungen für den Übergang in eine Gesellschaft des Gemeinwohls und des Friedens geschaffen werden.

Obwohl es sich dabei offenbar um eine längere Phase gesellschaftlicher Entwicklung handelt, bei der auch zeitweilige Rückschläge nicht auszuschließen sind, hat Hermann Duncker stets daran festgehalten, dabei keinesfalls das Fernziel, die mögliche und notwendige Überwindung des ausbeuterischen, profitgetriebenen Kapitalismus und die Errichtung einer sozialistischen Produktionsweise und Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Dieses Anliegen war immer der Kern seiner unermüdlichen Bildungsarbeit. Es war ihm wichtig, möglichst vielen Menschen von den bemerkenswerten Versuchen ihrer Vorfahren zu berichten, diesem Ziel zuzustreben und sie mit den originellen Gedanken der großen Utopisten bekanntzumachen. Besonderen Wert legte er darauf, seine Schüler und Zuhörer davon zu überzeugen, dass die von Marx und Engels entwickelten und von Lenin ergänzten Vorstellungen vom Sozialismus gründlich studiert werden müssen, um sie weiterentwickeln und auf die neuen Aufgaben gesellschaftlicher Veränderungen anwenden zu können.

Die Schönheit des Marxismus

»Als ich vor 60 Jahren als Leipziger Student in die Arbeiterbewegung eintrat«, schrieb Hermann Duncker 1953, »war meine sozialistische Begeisterung vor allem durch das Kommunistische Manifest genährt worden, das ich als eine der ersten marxistischen Schriften in die Hände bekommen hatte. Einzelne Partien des Manifestes nahmen mich derart gefangen, dass ich sie mir laut vorlesen musste. Ich spürte etwas von der außerordentlichen Sprachgewalt dieses unvergleichlichen literarischen Meisterwerks. Seitdem habe ich das Manifest immer wieder gelesen und entdeckte jedes Mal neue Weisheit und Schönheit darin.«¹⁵

Sowohl diese Weisheit als auch diese Schönheit marxistischen Gedankengutes den Menschen zu vermitteln, ihnen die bedeutenden Möglichkeiten und Potenzen einer sozialistischen Produktionsweise und Gesellschaft zu erschließen, war das Anliegen von Hermann Duncker in seinem über 60jährigen Wirken in der Arbeiterbewegung, in ihren Organisationen, vor allem im Rahmen der Bildungsarbeit. Es bleibt nur zu wünschen, dass sein Vermächtnis bewahrt und weitergeführt wird. Auch heute gilt der Hinweis von Friedrich Engels, den Hermann Duncker häufig und gern zitiert hat, »dass der Sozialismus, seitdem er eine Wissenschaft geworden, auch wie eine Wissenschaft betrieben, d. h. studiert werden will«.¹⁶

Anmerkungen

1 Tribüne, 23. Mai 1949

2 Hermann Duncker: Marxistische Arbeiterschulung. In: Ausgewählte Schriften und Reden aus sechs Jahrzehnten, Berlin 1984, S. 216

3 Hermann Duncker: Marxistische Arbeiterschulung. Berlin 1984, S. 216

4 Hermann Duncker. Mein Weg zum Lehrer des Marxismus. In: Ausgewählte Schriften und Reden Berlin 1984, S. 214

5 Auguste Lazar: Arabesken. Aufzeichnungen aus einer bewegten Zeit. Dietz-Verlag Berlin 1977, S. 75–76

6 Hermann Duncker: Jeder kann alles lernen. Bernau 1962, S. 110

7 Stephan Hermlin: Abendlicht. Berlin 1983, S. 22

Käte und Hermann Duncker: Ein Tagebuch in Briefen (1894–1953). Karl Dietz Verlag Berlin 2016

9 Hermann Duncker: Menschheitsgedichte. edition bodoni Buskow bei Neuruppin 2022

10 Antje Vollmer: Vermächtnis einer Pazifistin. Was ich noch zu sagen hätte. In: Den Krieg verlernen, Hamburg 2024, S. 20

11 Hermann Duncker: Jungens, kaltes Blut. In: Ausgewählte Schriften, Berlin 1984, S. 110

12 Hermann Duncker, Briefe. In: Ein Tagebuch in Briefen. Berlin 2016, und auf der USB-Card S. 2593, 2698

13 Hermann Duncker: Menschheitsgedichte. Buskow 2022, S. 76

14 Claus-Jürgen Göpfert: »Wer nicht hören will, wird bestreikt!« Jürgen Hinzers Arbeitskampfgeschichten in der Gewerkschaft NGG seit 1979. Hamburg 2023, 214 S. Vgl. auch: Susanna Böhme-Kuby. »Wer nicht hören will, wird bestreikt!« In: Ossietzky, 6/2024, S. 178–180

15 Hermann Duncker: Die Vermittlung seiner Lehren – mein Lebenswerk. In: Einführungen in den Marxismus, Bd. 1, Berlin 1958, S. 444

16 Friedrich Engels: Ergänzung der Vorbemerkung von 1870 zu »Der deutsche Bauernkrieg«. In: MEW, Bd. 18, S. 517

Heinz Deutschland ist Historiker und ehemaliger Diplomat. Zu Hermann Duncker veröffentlichte er mehrere Aufsätze und Monographien.

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  • Leserbrief von Gerd-Rolf Rosenberger aus Bremen (30. Mai 2024 um 12:53 Uhr)
    »Wetteifre nur im Glück- und Eintracht schaffen!« Auszug aus seinem Gedicht für den Frieden. Hermann und seine Käte haben insgesamt wohl ein erfülltes Leben gelebt. Aber beide haben auch viele Rückschläge und Niederlagen verkraften müssen. Besonders schockierend war die Nachricht, dass ihr Sohn Wolfgang Duncker (1909–1942) in der UdSSR verhaftet und zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt worden war. Über die Verfolgung ihres Sohnes Wolfgang wie auch über die seines alten Freundes Nikolai Bucharin waren die Mitgründer des Spartakusbundes und der KPD am 30. Dezember 1918 völlig verzweifelt. Auch Sohn Karl Duncker, Dozent an einer US-Universität, beging 1940 Selbstmord. Den Tod beider Söhne haben die Dunckers nur schwer verkraften können, wie Jürgen Kuczynski in seinen Erinnerungen schreibt. Hermann Duncker war ein begnadeter marxistischer Wissenschaftler, der besonders den Proleten den Marxismus-Leninismus mit seiner glänzenden Rhetorik beibrachte. Von ihm stammt auch folgendes Zitat: »Ich habe das Kommunistische Manifest mindestens 100mal gelesen und immer wieder was Neues entdeckt.« Bis zu seinem Lebensende 1960 war Professor Dr. Hermann Duncker, obwohl fast erblindet, ein vielgefragter Redner, und noch heute tragen Straßen im Osten Deutschlands seinen Namen, schmücken Denkmäler das Stadtbild!

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