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Aktionärstreffen beim Kriegskonzern

Düsseldorf. Unter Protesten von Kriegsgegnern wurde am Dienstag in Düsseldorf die Hauptversammlung des Rüstungskonzern Rheinmetall abgehalten. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 60 Prozent auf 134 Millionen Euro, teilte der Dax-Konzern zum Aktionärstreffen mit. Der Auftragsbestand inklusive erwarteter Abrufe aus Rahmenverträgen und Kundenvereinbarungen stieg um rund 43 Prozent auf den Rekordwert von 40,2 Milliarden Euro. Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender, versprach, die »Position als führender europäischer Munitionsproduzent mit neuen Fertigungsstätten in einer Reihe von Ländern weiter auszubauen«. Man leiste damit »einen erheblichen Beitrag« zur »Verteidigungsfähigkeit der Ukraine«. Hauptauftraggeber des Konzerns ist die Bundeswehr, der Rheinmetall in diesem Jahr unter anderem einen Prototyp eines mobilen Flugabwehrsystems namens »Skyranger 30« liefern soll. Allein dieser Vertrag, der die Lieferung weiterer 18 Serienfahrzeuge vorsieht, bringt dem Konzern 595 Millionen Euro ein. Und es besteht die Option für 30 weitere Fahrzeuge. Für dieses Jahr peilt Papperger einen Umsatz von rund zehn (Vorjahr: 7,2) Milliarden Euro an und eine Rendite von mindestens 14 statt 12,8 Prozent. Aktivisten verschiedener Bündnisse protestierten am Dienstag vor der Konzernzentrale insbesondere gegen neue Geschäfte mit Israel, Ägypten und Saudi-Arabien sowie die Entwicklung autonomer »Killerroboter« (»Mission Master«-System). Einzig und allein für maximale Profite gehe der Konzern über Leichen, erklärte etwa die Ethecon-Stiftung bei den Protesten: »Rheinmetall bringt Tod, Elend, Not und Zerstörung über die Menschheit sowie den Ruin der Umwelt.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2024, Seite 5, Inland

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