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15.05.20241 Leserbrief
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Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose
Berlin. Die sogenannten Wirtschaftsweisen senken ihre Konjunkturprognose für Deutschland in diesem Jahr ab. Im Entwurf seines Frühjahrsgutachtens gehe der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2024 von einem Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozent aus, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem Insider. Für 2025 erwarte das Beratergremium ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,9 Prozent aus. Der Sachverständigenrat stellt sein Frühjahrsgutachten an diesem Mittwoch vor. In seiner Herbstprognose im November 2023 war das Gremium für 2024 noch von einem Wachstum um 0,7 Prozent ausgegangen. Auch die Bundesregierung geht in ihrer Aprilprognose von einem sehr schwachen BIP-Plus von 0,3 Prozent im Jahr 2024 und einem Prozent im kommenden Jahr aus. (Reuters/jW)
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Onlineabonnent*in Hermann T. aus 29451 Dannenberg/E. 15. Mai 2024 um 00:29 UhrPrognosen sind nun mal »ein eigen Ding« – erst recht, wenn sie die Zukunft betreffen. Abgesehen davon: Prognosen wie die hier kommentierte – seien es nun diejenigen der Bundesregierung (also die Prognosen Habecks) oder diejenigen, die von der Bundesregierung (also von Habeck und seinem noch-Chef Scholz bei den »Wirtschaftsweisen«) bestellt wurden, sagen mehr aus über Habeck und seinen noch-Chef Scholz als über das, worüber Auskunft zu geben sie vorgeben (nämlich die voraussichtliche Entwicklung der Wirtschaft). Insofern können diese Prognosen der und dem normalsterblich abhängig Beschäftigten vollkommen egal sein. Konjunkturprognosen irgendwelcher inselbegabten »Wirtschaftsweisen« sind längst erkannt als ein Werkzeug der herrschenden Klassen von vielen in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen. Ihr tatsächlicher, prognostischer Wert tendiert gegen Null.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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