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Aus: Ausgabe vom 03.05.2024, Seite 1 / Inland
Armut in der BRD

»So viele arm wie noch nie«

Aktuellste Zahlen zeigen wachsende Zahlen von Armut in der Bundesrepublik
Von David Maiwald
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Die Verarmung setzt sich in der BRD seit rund 16 Jahren nahezu ungebremst fort, hieß es auch im Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands Ende März

Rund ein Fünftel der Senioren, der Kinder und Jugendlichen (unter 18 Jahren) sowie ein Viertel aller jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sind arm. Im Alter sind Frauen besonders betroffen, wie aus einer Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht (BSW) nach Zahlen aus dem Mikrozensus 2023 hervorgeht, über die dpa am Donnerstag berichtete. Demnach fielen im vergangenen Jahr 20,2 Prozent der Frauen ab 65 Jahren in die statistische Kategorie »armutsgefährdet«. Das waren 2,1 Prozentpunkte mehr, als die vom Statistischen Bundesamt erfassten Zahlen zu allen Personen ab 65, wo 18,1 Prozent in diese Kategorie fielen.

Im Jahr 2022 hatten die Wiesbadener Statistiker noch 17,5 Prozent »armutsgefährdete« Senioren ermittelt, schon seinerzeit war die Quote bei Frauen mit 19,4 Prozent deutlich höher, wie aus den Zahlen hervorgeht. »Noch nie waren so viele Menschen von Armut im Alter betroffen wie unter der Ampel«, ließ sich Wagenknecht zitieren. Die Renten seien »in den vergangenen drei Jahren dreimal hintereinander real gesunken«, fügte die Namensgeberin ihres politischen Parteiprojekts hinzu. Die Entwicklung sei also »kein Wunder«. Unter »Armutsgefährdung« leiden Menschen in einem Haushalt, in dem sie mit weniger als 60 Prozent des gesellschaftlich mittleren Einkommens auskommen müssen.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren liegt die Quote der »Armutsgefährdung« bei 25 Prozent im Vergleich aller gesellschaftlichen Gruppen am höchsten. Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren sind den Zahlen zufolge mit 20,7 Prozent repräsentiert. Wie der Paritätische Gesamtverband in seinem Armutsbericht für das Jahr 2022 feststellte, leben knapp 17 Prozent der BRD-Bevölkerung in Armut: mehr als 14 Millionen Menschen. Erst Ende März hatte der Europarat die fatale Armutsentwicklung in der BRD offiziell gerügt. Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatović hatte dabei mit Verweis auf »wachsende Ungleichheit« hierzulande die zunehmende Verarmung von Kindern und älteren Menschen hervorgehoben.

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