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Aus: Ausgabe vom 19.04.2024, Seite 8 / Ansichten

Traumpaar des Tages: Duda und Trump

Von Reinhard Lauterbach
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Auf dem Höhepunkt ihrer Beziehung: Andrzej Duda und Donald Trump 2020 in Washington

Einer der Kernslogans der polnischen Rechtsregierung der Jahre 2015 bis 2023 war, unter ihr erhebe sich Polen von den Knien. Durchaus wörtlich nahm das 2018 Staatspräsident Andrzej Duda bei einem Besuch im Weißen Haus. Da unterzeichnete er stehend und vorgebeugt an Donald Trumps Schreibtisch irgendein Papier, während sich Trump daneben in seinem Sessel fläzte. Zwei Jahre später war das Techtelmechtel vorbei, weil Trump abgewählt wurde. Für Duda war die Trennung derart schmerzvoll, dass er zwei Monate brauchte, um die protokollarische Selbstverständlichkeit abzuliefern, Joseph Biden zur Wahl zu gratulieren. Direkt danach hatte er lediglich mit zusammengekniffenen Lippen Biden zu seinem »erfolgreichen Wahlkampf« beglückwünscht.

Jetzt haben sich Duda und Trump wiedergetroffen – zu einem Abendessen in des letzteren Appartements in New York, solange das noch von keinem Gerichtsvollzieher beschlagnahmt ist. Beide sparten nicht mit Komplimenten füreinander; Trump erklärte, er und Duda hätten miteinander »vier tolle Jahre gehabt« und »könnten sie wieder haben«. Was wieder einmal zeigte, dass Trump nicht von allem Ahnung hat, worüber er redet.

Denn Duda ist das, was die Amerikaner eine »lame duck« nennen. Seine zweite Amtszeit endet in gut einem Jahr. Wenn man sich fragt, warum der Mann aus Warschau sich mit einem US-Politiker getroffen hat, der derzeit kein Amt bekleidet und dem ständig Russland-Connections nachgesagt werden, sind persönliche Ambitionen Dudas nicht ausgeschlossen. Er muss sich nach einer Anschlussverwendung umsehen. Viel mehr als »etwas Internationales« steht nicht zur Auswahl. In der Juristerei, aus der er in die Politik kam, ist er blamiert, von der EU kann Duda keine Unterstützung erwarten – warum also dann nicht Politkumpel Trump anbaggern, ob der nicht irgendwo ein Pöstchen für ihn findet?

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