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Alzheimer: Kurze RNA unter Verdacht

Chicago. Was die Alzheimerkrankheit auslöst, bei der massenhaft Hirnzellen absterben, ist bisher nur unzureichend bekannt. Ein Forschungsteam von der North­western University in Chicago könnte nun eine Ursache gefunden haben. Sie fanden heraus, dass in einem alternden und von Alzheimer betroffenen Gehirn ein Ungleichgewicht zwischen schädlichen und schützenden kurzen RNA-Molekülen besteht. Dies könnte zum vermehrten Absterben von Neuronen und zu DNA-Schäden führen – und zur Entstehung von Alzheimer beitragen, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature Communications schreiben. RNA ist in den Zellen zentral an der Herstellung von Proteinen beteiligt. Es gibt allerdings auch vergleichsweise kurze Varianten mit anderen Funktionen, die sRNAs. Manche davon können die längeren Pendants ausschalten und so die Produktion bestimmter Proteine stoppen. Normalerweise werden die toxischen sRNAs durch schützende sRNAs gehemmt. Die Experimente an Gehirnzellen von Mäusen und Menschen zeigen nun aber, dass letztere im Alter ab- und die zerstörenden sRNAs zunehmen. »Unsere Daten unterstützen die Idee, dass eine Stabilisierung oder Erhöhung der Menge an schützender sRNA im Gehirn ein völlig neuer Ansatz sein könnte«, wird der Studienleiter Marcus Peter in einer Pressemitteilung zitiert. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.04.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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