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Aus: Ausgabe vom 23.03.2024, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Nerdsnacks

Von Maxi Wunder

Trägerinnen von zackigen deutschen Doppelnachnamen arbeiten in der Politik gerne für die »Landesverteidigung«: Kramp-Karrenbauer, Strack-Zimmermann und dieser Tage Stark-Watzinger. Die Bildungsministerin will unserer Jugend militärisch einheizen. Sie findet, das Verhältnis der Kinder zur Bundeswehr sei zu verkrampft. In der Schule solle ihnen beigebracht werden, wie sie sich im Kriegsfall zu verhalten haben.

»Was soll das denn?«, fragt Udo. »Die Jugendlichen laden sich einfach ne Kriegsapp runter und googeln die Route zum nächsten Luftschutzkeller. Von da aus hacken sie sich in Elon Musks Satellitensystem ein und beenden den Krieg dank ihrer Nerdkompetenz. Wahrscheinlich gehen sie deshalb nicht auf Antikriegsdemos. Die wissen genau, Krieg und Frieden ist heute keine Frage mehr von ›Was möchte ich?‹, sondern von ›Was kann meine KI?‹ Ich habe vollstes Vertrauen in unsere Jugend.« Die machen auch leckeres Fingerfood:

Zucchini-Sticks

Zwei mittelgroße Zucchini waschen und in ein cm dicke Streifen schneiden. Eine halbe Tasse Mehl, einen TL Paprikapulver, einen TL Knoblauchpulver und einen halben TL Salz vermischen. Zwei Eiweiße schlagen. Die Zucchinistreifen erst in der Mehlmischung, dann in dem Eiweiß und abschließend in einer Tasse Semmelbrösel wenden. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und mit Olivenöl besprühen. Die Sticks bei 200°C ca. 20 Minuten goldbraun backen.

Roswitha sieht das anders: »Krieg sollte Unterrichtsfach werden zusammen mit BWL – als ein Fach. Die Kinder müssen lernen, dass Kriege aus Geldgier geführt werden. Die Kleinen denken doch: ›Oh, da ist einer böse und macht Krieg, weil er so böse ist. Deshalb muss man den mit ganz viel Gegenkrieg stoppen‹ – dieses alberne ›Tagesschau‹-Märchen. Wie aber verhalte ich mich richtig im Krieg? Ich klemme ein paar Hauptverantwortliche, sperre sie in einen Luftschutzkeller und verpasse ihnen eine Überdosis Cannabis!« – »Das kannst du nicht machen, Rossi«, wende ich ein, »spießige Politiker und Großindustrielle sind keine geübten Kiffer – die bekommen Panikattacken unter THC-Einwirkung. Nachher stürzt sich so ein Rüstungsoligarch noch aus dem Kellerfenster.«

Gestürzter Ananaskuchen

75 g Butter schmelzen, in eine Pieform (keine Springform) mit 26 cm Durchmesser gießen, die Ränder mit Hilfe eines Pinsels einstreichen. 75 g braunen Zucker gleichmäßig in die Form streuen und fünf Ananasringe hinein­legen. Für den Teig 125 g Zucker, ein halbes Päckchen Vanillezucker und drei Eier schaumig schlagen. 125 ml Speiseöl unterrühren. Anschließend ein halbes Päckchen Backpulver und 250 g Mehl unterheben. Zum Schluss noch 125 ml Ananassaft unterrühren. Den Teig gleichmäßig in der Form verteilen und den Ananaskuchen im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen. Rausholen und gut abkühlen lassen, den Rand lösen und auf eine Tortenplatte stürzen.

»Die können ruhig mal genau den Horror empfinden, den sie uns mit ihrer Kriegshetze tagein tagaus machen«, findet Rossi und betäubt ihre Angst mit Torte.

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Die Grenzen in Europa wurden bereits 1999 durch militärische Gewalt verschoben. Heute wie damals berichtet die Tageszeitung junge Welt über Aufrüstung und mediales Kriegsgetrommel. Kriegstüchtigkeit wird zur neuen Normalität erklärt. Nicht mit uns!

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