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Aus: Ausgabe vom 01.03.2024, Seite 3 / Schwerpunkt
Ukraine-Krieg

Staatlich gelenkter Nazikult

Informationskrieg und »digitale Strategie«: Zum Propagandaministerium der Ukraine
Von Moss Robeson
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Mit großangelegten Werbekampagnen eine »Marke« etablieren

In Berlin und anderen Metropolen weltweit werden Werbeanzeigen mit dem Slogan »Be Brave Like ­Ukraine« (Seid mutig wie die Ukraine) verbreitet. Die Kiewer Regierung startete diese internationale PR-Kampagne im Frühjahr 2022 – während gerade ihre Friedensgespräche mit Russland scheiterten. »In der Tat ist dies unser Markenzeichen«, sagte Präsident Wolodimir Selenskij in einer nächtlichen Ansprache an die Nation. »Das ist es, was es bedeutet, wir zu sein, Ukrainer zu sein, mutig zu sein.«

Kurz nachdem Wladimir Putin seine »Spezialoperation« eingeleitet hatte, angeblich um seine Nachbarn zu »entnazifizieren«, erklärten ukrainische Politiker gegenüber dem Time-Magazin, dass sie die »moralische Überlegenheit« im globalen Kampf um die Herzen und Köpfe erlangen wollten. Michailo Fedorow, Vizepremier der Ukraine und erster Minister für digitale Transformation, sagte: »Wir versuchen, unsere Marke zu schützen.« Er wurde auch zum ukrainischen De-facto-Minister für nazistische Propaganda, mit dem Auftrag, das Image der mutigsten und ideologischsten Kämpfer der Ukraine zu polieren.

Fedorow ist mit seinen 33 Jahren das jüngste Mitglied des Ministerkabinetts und wohl derjenige, der Selenskij am nächsten steht. Er wird als »Vordenker« des »Social-Media-Ansatzes« des Präsidenten, »Botschafter der Ukraine in der Tech-Community« (er trägt meist Kapuzenpullis und Jeans, als arbeite er im Silicon Valley) und »einer von Herrn Selenskijs sichtbarsten Leutnants« beschrieben. Bevor er zum Architekten von dessen Agenda zur Schaffung eines »wahrhaft digitalen ukrainischen Staates« wurde – der auch die »Dija«-App eingeführt hat, die es den Bürgern ermöglicht, sich gegenseitig als russische Kollaborateure zu denunzieren –, war Fedorow der »digitale Stratege« von Selenskijs äußerst erfolgreicher Präsidentschaftswahlkampagne. Ebenso betreute er das Marketing für dessen Fernsehproduktionsfirma »Kwartal 95«.

Von seinem Ministerium wird auch die von Selenskij initiierte Fundraisingplattform »United24 Media« geleitet, über die seit Februar 2022 rund eine halbe Milliarde Euro akquiriert werden konnte. Laut Fedorow geht es dabei »nicht vorwiegend um das Sammeln von Geldern, sondern darum, die Menschen auf der ganzen Welt über die Geschehnisse in der Ukraine zu informieren«. Offenbar. Denn mit »United24 Media« hat seine Marketingagentur eine Rundfunkproduktionsfirma gegründet, die zunehmend nazistische Kriegspropaganda für die englischsprachige Welt fabriziert. »Wer hat Angst vor extremen Rechten?« hieß es bei einem Youtube-Video vom Dezember 2022 – während Fedorow damit beschäftigt war, das Social-Media-Unternehmen Meta davon zu überzeugen, die Sperre für das neonazistische »Asow«-Regiment auf Facebook und Instagram aufzuheben. Er hatte Erfolg. Bald fand eine regelrechte Invasion von ukrainischen Faschisten auf diesen Plattformen statt. Viele hielten es nicht einmal für nötig, ihre Nazitattoos und den Hitlergruß zu verbergen. Schließlich hatten sie den Informationskrieg gewonnen. Warum also nicht eine Siegerrunde drehen?

Fedorows Berater Anton Melnik, führender Kopf des Techökosystems der Ukraine, der für diesen Durchbruch mitverantwortlich war, hatte 2017 in Kiew an einem Fackelmarsch zum 108. Geburtstag des Hitler-Kollaborateurs Stepan Bandera teilgenommen, bei dem auch deutsche Naziparolen wie »Juden raus!« zu hören waren. Nicht lange nachdem Fedorow im Januar 2023 die frohe Botschaft vom Ende der Verbannung auf Meta verkündetet hatte, zog »United24 Media« die Samthandschuhe aus: Als erstes wurde ein zwanzigminütiger Film, eine Koproduktion mit dem »Asow«-Regiment, über die »legendäre Einheit der Ukraine« und »eine der kämpferischsten unserer Zeit« gedreht. Anfang des Jahres hat »United24 Media« ein Video über die »Top-fünf-Supereinheiten« der ­ukrainischen Streitkräfte herausgebracht, darunter drei Kampfverbände der »Asow«-Bewegung. Auch das ultrarechte Bataillon »Da-Vinci-Wölfe«, das vor kurzem von »Gonor«, einer Splittergruppe der »Asow«-Bewegung, übernommen wurde, wird darin glorifiziert.

»United24 Media« hat mittlerweile fast eine Million Abonnenten auf Youtube. Dort hat das Unternehmen auch Actionaufnahmen der 3. Sturmbrigade von »Asow« hochgeladen, die von Andrij Bilezkij, dem berüchtigtsten Neonazi der Ukraine befehligt wird. Viele solcher Videos vermitteln dem Betrachter das Gefühl, einem Ego-Shooter beizuwohnen, und erinnern an die Bilder von den rassistischen Massakern in Christchurch, Neuseeland, und Buffalo, USA. Die Täter, die ihre Verbrechen für ein sadistisch veranlagtes Publikum gefilmt hatten, waren Fans der von Heinrich Himmler fetischisierten »Schwarzen Sonne«. Diese findet sich auch in dem »Asow«-Emblem, das »United24 Media« in Videos als Wasserzeichen verwendet – einige davon sind mit dem Untertitel »First Person Shooter« versehen.

»United24 Media« hat sein blutrünstiges Publikum auch bei »NAFO« rekrutiert: Die Armee proukrainischer Twitter-Trolle, die von dem rechten Influencer Kamil Dyszewski befehligt wird, der früher Opfer des Holocausts mit Nazi-Shitpost verhöhnt hat, ist seit November 2022 Kooperationspartner – ein weiteres Indiz dafür, dass die Verherrlichung von Neonazis staatlich gelenkt ist. »Um es hart zu sagen: Es ist Propaganda«, beschrieb ein Mitarbeiter von »United24 Media« seine Aufgabe. »Drückt man es moderater aus, dann ist es Werbung. Unsere Aufgabe ist es, die Botschaft zu illustrieren, die die Regierung vermitteln will.«

Hintergrund: Saluschnis Marke

Der kürzlich als Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee entlassene General Waleri Saluschni hat in der Vergangenheit um Unterstützung der Rechten geworben, indem er seine persönliche Marke etabliert hat. 2022 tauchten ein Bild von Saluschni mit einer Büste von Stepan Bandera und 2023 ein Selfie von ihm mit einem Porträt des Faschistenführers auf. Saluschni ist auf Fotos mit Kleidung von Marken wie dem neonazistischen »Svastone« und dem mit »Asow« verbundenen »Company Group Team« zu sehen. Einmal posierte er für eine Aufnahme mit dem Hitler-Tattoo-Träger und Kommandeur der Neonazieinheit »Wedmedi SS«. »Unser Elefant?«, fragte kürzlich die Neonazigruppe »Misanthropic Division«, nachdem sie festgestellt hatte, dass Saluschni einen Kapuzenpulli der »Luftwaffe« besitzt. Jene Drohneneinheit der ukrainischen Armee bedient sich der Symbolik der Nazis. Außerdem trug er einen von der Waffen-SS inspirierten Aufnäher, der von Fußballhooligans des »White Boys Club« vertrieben wird.

Die ersten Anzeichen für Probleme zwischen Selenskij und Saluschni traten laut Ukrainska Prawda im Frühjahr 2022 auf, als letzterer entschieden hatte, eine eigene Plattform für die Akquise von Mitteln für die Streitkräfte aufzubauen. Selenskijs Beraterumfeld sah darin ein Zeichen dafür, dass der General politische Ambitionen hegte. Es will mutmaßlich »United24« in die »digitale Strategie« für Selenskijs Wahlkampf um die nächste Präsidentschaft einbinden. Eine Suche auf dem Youtube-Kanal von »United24 Media« nach Saluschni, der wahrscheinlich als aussichtsreichster Rivale Selenskijs antreten wird – und sei es nur wegen einer paranoiden, sich selbst erfüllenden Prophezeiung –, liefert keine Ergebnisse. Vermutlich sucht Saluschni die Unterstützung der Ultrarechten als Versicherungspolice. Am Vorabend seiner Entlassung machte er ein Foto mit Andrij Stempizkij, dem Kommandeur der 67. Mechanisierten Brigade, die dem faschistischen »Rechten Sektor« nahesteht. (mr)

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  • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (29. Februar 2024 um 23:25 Uhr)
    »Kurz nachdem Wladimir Putin seine ›Spezialoperation‹ eingeleitet hatte, angeblich um seine Nachbarn zu ›entnazifizieren‹, erklärten ukrainische Politiker gegenüber dem Time-Magazin, dass sie die ›moralische Überlegenheit‹ im globalen Kampf um die Herzen und Köpfe erlangen wollten.« Warum »angeblich«? Die Sache ist von entscheidender Wichtigkeit. Aber es wird mindestens eine Generation brauchen, diesen Nazismus wieder aus den Köpfen der Ukrainer herauszubekommen, falls das überhaupt möglich ist, denn er hat sich ja seit 1945, vor allem bei den Auslandsukrainern in den USA und in Kanada gehalten. War es nicht der Nazismus in den Köpfen, der es Deutschland 1933–45 mental erst ermöglichte, den Vernichtungs- und Ausrottungskrieg in dieser Form zu führen? Welchen Grund sollte denn ohne Nazismus, also einem künstlich herangezüchteten Überlegenheitsgefühl, ausgerechnet die Ukraine haben, gegen die »minderwertigen« Russen »Orks«, »Abschaum« (früher Untermenschen genannt) Krieg zu führen, da sie ja über Jahrhunderte hinweg selbst Russland war? Das Problem war stets die Westukraine, sich als etwas westlich – Besseres fühlend, die eben nicht Russland war, zunächst zu Österreich gehörend, die später die Wehrmacht teilweise mit Blumen empfing, SS-Truppen stellte, die einem anderen Kulturkreis entstammt. Es ist anzunehmen, dass nach dem Krieg sich der in diesem Artikel von junge Welt beschriebene nazistische Bevölkerungsanteil in der Westukraine verstärkt sammeln wird, wie der Bodensatz in einer Sickergrube. Da kann man dann der EU nur viel Spaß wünschen, sich mit deren Einfluss abzugeben. Nicht die EU wird die Ukraine übernehmen, aber die extreme Rechte vielleicht die EU. Das wird der nächste außer Kontrolle geratene Zauberlehrling, den man erst für seine Ziele nutzt und anschließend vergeblich bekämpft wie die USA die Taliban, die Israelis die Hamas und die EU eben jetzt die ukrainischen Nazis, die sie mit Waffen gegen Russland beliefert. Lest mehr Goethe!
    • Leserbrief von Franz Döring (1. März 2024 um 11:07 Uhr)
      In der Ukraine herrschten fast 70 Jahre Kommunisten und aber und aber Millionen Ukrainer waren während dieser Zeit kommunistische Parteimitglieder! Wo waren in dieser Zeit Ihre Millionen Faschisten in der Ukraine? Oder haben sie wie Putin schnell ihre kommunistischen Ideale abgelegt und die nationalistische Fahne ergriffen?
      • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (4. März 2024 um 12:21 Uhr)
        »Oder haben sie wie Putin schnell ihre kommunistischen Ideale abgelegt und die nationalistische Fahne ergriffen?« Nationalismus bedeutet, andere Völker abzuwerten. Das tut Putin nicht, sehr wohl aber die ukrainische Führung in Richtung Russland. Im öffentlichen Raum der Ukraine ist Russisch verboten, die Sprache der auch von Offiziellen so bezeichneten »Orks«. In Russland ist keine Sprache verboten. Die Ukraine ist nationalistisch, wenn sie den Bandera-Kult als staatstragend einführte. Russland wahrt seine nationalen Interessen, und zwar bisher wesentlich zurückhaltender als Briten, Franzosen und die USA. Das jedoch ist kein Nationalismus und auch kein Imperialismus. Sie fragen, wo die Millionen Kommunisten der Ukraine geblieben sind? Sie sind dort geblieben, wo viele Kommunisten der SED ab 1989 in Millionenhöhe schlagartig abtauchten – ins warme Bett des Opportunismus. Austreten wurde Mode. Man muss doch mit der Zeit gehen. Allerdings bekamen die wenigen standhaften Kommunisten, die in der PDS verblieben, eine zweite Chance, welche die Kommunisten der Ukraine gar nicht haben, da die KP in der Ukraine verboten ist. Inwiefern schadet Putin den kommunistischen Parteien Westeuropas? Das tun die durch ihren Opportunismus schon ganz allein, spenden beispielsweise Geld für eine Bibliothek in Lwiw, aus der jegliche linke Literatur im Rahmen der Dekommunisierung entfernt wurde, scheinbar ohne zu begreifen, was dieses Wort bedeutet. Die Kommunisten wurden in der Öffentlichkeit entfernt.
        • Leserbrief von Franz Döring (4. März 2024 um 14:41 Uhr)
          Wie kann jemand wie Putin, der als Kommunist Atheist und Antinationalist war, plötzlich russischer Nationalist und Anhänger der antikommunistischen reaktionären orthodoxen Staatskirche sein, die den letzten, von Kommunisten getöteten Zaren als Heiligen verehrt?
          • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (4. März 2024 um 15:20 Uhr)
            Fragen sie doch zuerst: Wie können solche Politiker Christen, Sozialdemokraten oder echte Grüne in Deutschland sein? Wie konnte ein Friedensnobelpreisträger Obama Drohnenmorde befehlen? Putin ist kein Nationalist, sondern – wie seine jüngsten Erfolge und Bemühungen beweisen – Internationalist (Erweiterung von BRICS, Einbeziehung aller Staaten, die zu einer Zusammenarbeit bereit sind, auf allen Kontinenten. So war es auch mit Deutschland oder der Ukraine gedacht. Aber dazu braucht man Partner statt Feinde. Fast in jedem Monat findet in Russland ein großes internationales Treffen statt, Wirtschaftsforen, Jugendtreffen usw. Für einen Präsidenten ist nicht wichtig, was er ist, sondern wie er seine Aufgaben erfüllt. Er ist der Repräsentant des Staates. Aufgabe Nr. 1: Keine Spaltung von Russland zuzulassen und die verschiedensten Strömungen mit einzubeziehen, mit Ausnahme der fünften Kolonne des Westens. Lenin bleibt also im Mausoleum, es gibt kommunistische und liberale Parteien im Parlament, die Kirche spielt eine in Russland stabilisierende Rolle, wenn sie auch in vielen Punkten reaktionär ist (Verhältnis zur Zarenfamilie und zu den Weißgardisten). Für mich ist der erste Punkt aber auch wichtiger. Wie ich schon oft schrieb, ging selbst Stalin wieder auf die Kirche zu, nachdem er fast alle Kirchen abreißen ließ und Tausende Priester umgebracht wurden. Er selbst hatte ja einige Jahre ein Priesterseminar besucht. Stalin und Putin waren beide Kommunisten, aber nicht so starr und dogmatisch, wie sie dargestellt werden. Im Krieg war Stalin der Meinung, dass die Kirche jetzt Russland helfen könnte. Anders denkt Putin auch nicht. Bitte akzeptieren Sie einfach mal, dass viele Russen religiös sind, z. B. alle meine Nachbarn, die sich streng an die kirchlichen Vorschriften halten. Ich selbst bin Atheist.
      • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (2. März 2024 um 02:29 Uhr)
        Von Millionen Faschisten in der Ukraine war nicht die Rede, sondern von nazistischem Gedankengut in den Köpfen. Einer der nazistischen Massenmörder, der frech und unbesorgt sein Heimatdorf besucht hatte, wurde noch unter Gorbatschow in den 1980er Jahren hingerichtet. Studieren Sie selbst die Geschichte der Kollaboration von ukrainischen SS-Verbänden mit Hitler. Was die Faschisten der Ukraine getan haben, können Ihnen auch viele Polen oder Israelis erzählen. Die Bandera-Truppen sind dort noch in guter Erinnerung. Bis Mitte der 1950er Jahre verübten nazistische Partisanen, die in den ukrainischen Wäldern lebten, Anschläge, von Geheimdiensten aus GB und den USA unterstützt. Sie ermordeten in den Dörfern Bürgermeister, Mitglieder der KPdSU, Lehrer, Ärzte, Kolchosvorsitzende. Das waren vom Westen finanzierte Terrorgruppen. Viele ukrainische Nazis sind 1945 in die USA und nach Kanada emigriert. Andereschwiegen, weil die Zeit noch nicht reif war, ihre Anschauungen laut zu verkünden – das alles in der Zeit der UdSSR. Außerdem begnadigte Chruschtschow viele zuvor nach Kanada geflohene Emigranten und ermöglichte ihnen die Rückkehr. Faschistisches Gedankengut gibt es also seit 1920 durchgehend in der Ukraine. Die Masse ist manipulierbar. 1991 stimmte die Mehrheit erst für den Erhalt der UdSSR, wenige Monate später für die Unabhängigkeit der Ukraine. Von Anfang an bemühte man sich dort, die Bandera-Leute zu rehabilitieren. 2010 erfolgte die offizielle Aufstufung Banderas und seiner Mordgesellen zu Staatshelden durch den ukrainischen Präsidenten. 2014 waren dann die Neonazis in Kiew an der Macht mit einem jüdischen Präsidenten als Feigenblatt, den sie ihrerseits mit dem Tode bedrohten, sollte er nicht folgsam sein. Wo waren denn die Millionen Faschisten 1918 in Deutschland? Keiner kannte eine NSDAP oder einen Hitler. 15 Jahre später waren sie an der Macht, gestützt von Millionen Wählerstimmen. Den Rest erledigten Propaganda und »Volksbildung«.
        • Leserbrief von Franz Döring (4. März 2024 um 11:38 Uhr)
          Interessant ist, dass Sie nicht auf die 70 Jahre Kommunismus eingehen, in denen die KPdSU die absolute Macht in der Ukraine hatte!
          • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (4. März 2024 um 14:07 Uhr)
            Darüber, was in diesen 70 Jahren in der Ukraine geschah, habe ich allein in meinen heutigen Beiträgen detailliert mehr geschrieben als Sie in den vergangenen zwei Jahren. Aber lesen sollte man schon können.
      • Leserbrief von Ullrich-Kurt Pfannschmidt (1. März 2024 um 16:34 Uhr)
        Tja, Franz Döring, das frage ich mich auch. Warum kümmert sich Putin nicht um derartige Leute im eigenen Land, z. B. »Wagner«? Er hat sich ihrer bedient, solange sie ihm nützlich waren, z. B. in Afrika und der Ukraine. Er hat sich deren Führung entledigt, als sie unbotmäßige Forderungen stellte. Das Fußvolk überführte er in die russische Armee, deren Ideologie interessierte nicht. Eine Aufarbeitung gab es nicht, nicht mal einen kleinen Schauprozess!
      • Leserbrief von Onlineabonnent/in Christel H. aus Aschersleben (1. März 2024 um 15:51 Uhr)
        Selbst Ihnen, Herr Döring, dürfte schon aufgefallen sein, daß wir seit 35 Jahren keinen Kommunismus mehr haben. Da sind Nazis nachgewachsen. Und in Zeiten wie diesen kriechen die Ratten halt aus ihren Löchern. Putins erklärtes Ziel ist es, Russland in einem Stück zu erhalten, es soll nicht filetiert und vom Westen ausgebeutet werden. Er hat keine Ambitionen, den Westen anzugreifen. Nicht Russland ist an die NATO herangerückt, sondern die NATO ist an Russlands Grenzen vorgerückt. Vielleicht schauen Sie mal auf eine aktuelle Karte!
        • Leserbrief von Franz Döring (4. März 2024 um 11:54 Uhr)
          Wohin sind denn die Kommunisten verschwunden? Hatten sie keine Kinder und Enkel? Übrigens, für die Nazis waren die Ukrainer Untermenschen und deshalb haben sie sie millionenfach bestialisch ermordet! Die Nazis sahen alle Slawen als nicht arische, unterlegene Rasse an!
      • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude (1. März 2024 um 15:16 Uhr)
        Von MIllionen Faschisten in der Ukraine habe ich nicht geredet sondern, von nazistischem Gedankengut in den Köpfen der Ukrainer, welches in der Skala von 0 bis 100 % rangieren dürfte. Einer der nazistischen Massenmörder, der frech und unbesorgt sein Heimatdorf besucht hatte , wurde noch unter Gorbatschwow in den 1980er Jahren hingerichtet. Im übrigen kann ich Ihnen leider nicht die Arbeit abnehmen die Geschichte des 2. Weltkrieges selbst zu studieren, darunter die der Kollaboration von ukrainischen SS - Verbänden mit Hitler. Was die Faschisten der Ukraine getan haben, kann ihnen auch fast jeder Pole oder Israeli erzählen. Die Banderatruppen sind dort noch in guter Erinnerung. Bis Mitte der 1950er Jahre verübten nazistische Partisanen, die in den ukrainischen Wäldern lebten, von GB und den USA unterstützt , Anschläge und ermordeten wahllos Bürgermeister, MItglieder der KPdSU, Lehrer, Ärzte usw.in den Dörfern. Das waren vom Westen finanzierte Terrorgruppen. Viele ukrainische Nazis sind 1945 in die USA und nach Kanada emigiert. Andere´schwiegen, weil die Zeit noch nicht reif war, ihre Anschauungen laut zu verkünden. Ist ihnen das Wort Opportunismus geläufig? Wo waren denn die Millionen Kommunisten in der SED 1989? Putin hat den Kapitalismus nicht erfunden und den Sozialismus weder verteufelt noch in der UdSSR abgeschafft. Das war die Führung Gorbatschow - Jelzin. Wie Sie und ich muss er in diesem jetzigen System leider zurecht kommen. Russen anerkennen mit großer Mehrheit, dass seine Politik sie da wieder heraus gezog, wo Gorbatschow und Jelzin, teilweise auch deren Vorgänger sie hineingeritten hatten.
      • Leserbrief von Onlineabonnent/in Marcus B. (1. März 2024 um 12:48 Uhr)
        P.S.: Und tun sich nicht so, als sei das alles so unvorstellbar. Wo kamen denn in den 90ern z.B. die ganzen Neonazis in Ostdeutschland plötzlich her? Das waren alles Jugendliche zur Wendezeit; ich spreche aus ganz persönlicher Erfahrung. Warum soll das also nicht in der Ukraine in ähnlicher Weise von statten gegangen sein? Der Nährboden war und ist da ja noch viel fruchtbarer: jede Menge gescheiterter Existenzen sondern, besser gesagt hatten viele nicht einmal eine Chance zum Scheitern, wegen breitbandiger Perspektivlosigkeit. Und dann spulen sie mal 30 Jahre vor und berücksichtigen exponentielles Wachstum.
      • Leserbrief von Onlineabonnent/in Marcus B. (1. März 2024 um 12:37 Uhr)
        Schauen Sie sich doch mal die Dokureihe von Oliver Stone und Igor Lopatonok an: »Ukraine on Fire« (https://rumble.com/vwxxi8-ukraine-on-fire.html), »Revealing Ukraine« (https://rumble.com/vwy6pm-revealing-ukraine.html) und »Ukraine: 30 Years of Independence – The Everlasting Present« (https://rumble.com/vxlwvc-ukraine-30-years-of-independence-the-everlasting-present.html); jede Menge sachdienliche Hinweise. Weil das Projekt Unabhängigkeit eher so mittel lief, hatten rechte Rattenfänger leichtes Spiel. Die CIA war auch mal wieder mit von der Partie: gleich nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie die Banderisten nach Kräften unterstützt, so dass die heutigen Ultranazionalisten (sic) auf eine lückenlose (geistige) Ahnenreihe zurückblicken können.

        Und tun sich nicht so, als sei das alles so unvorstellbar. Wo kamen denn in den 90ern z. B. die ganzen Neonazis in Ostdeutschland plötzlich her? Das waren alles Jugendliche zur Wendezeit; ich spreche aus ganz persönlicher Erfahrung. Warum soll das also nicht in der Ukraine in ähnlicher Weise vonstattengegangen sein? Der Nährboden war und ist da ja noch viel fruchtbarer: jede Menge gescheiterter Existenzen, sondern, besser gesagt, hatten viele nicht einmal eine Chance zum Scheitern, wegen breitbandiger Perspektivlosigkeit. Und dann spulen sie mal 30 Jahre vor und berücksichtigen exponentielles Wachstum.

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