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Aus: Ausgabe vom 27.02.2024, Seite 1 / Inland
Fachkräftemangel

Mehr Werbung für mehr Arbeitskräfte

Fachkräftemangel ist Folge schlechter Lern- und Arbeitsbedingungen. Ampel sieht das anders
Von Jens Walter
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Wenn es eine Frage der Werbung ist, dann reicht ein freundliches Lächeln aus – schlechte Arbeits- und Ausbildungsbedingungen bleiben einfach, wie sie sind

Arbeits- und Fachkräftemangel drohe »zur zentralen Wachstumsbremse in Deutschland« zu werden, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Montag. Auf dem Fachkräftekongress der Bundesregierung in Berlin wollten Politik, Behörden- und Unternehmervertreter auf mehr als 20 Veranstaltungen diskutieren, wie »Mehr Power fürs Fachkräfteland« erzielt werden könnte. Wegen einer zunehmend alternden Gesellschaft müssten bis 2035 sieben Millionen Fachkräfte ersetzt werden, sagte Heil laut dpa am Montag. »Uns fehlen die Hände und die Köpfe« wurde auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) zitiert.

Auszubildende bemängelten auf der Konferenz neben einer schlechten Berufsvorbereitung in der Schule insbesondere teure Fahrten zu weit entfernten Ausbildungsstellen als Hemmnis für den Start ins Berufsleben. Berufsschulen seien zudem schlecht ausgestattet.

Die Zahl der 20- bis 29jährigen ohne berufliche Erstausbildung belaufe sich laut Heil auf 1,6 Millionen Personen. Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bezifferte die Zahl der Menschen, die jährlich ohne Bildungsabschluss die Schule verließen, auf »45.000 plus«. Stabile Energieversorgung, Beschleunigung von Planungen und die Sicherung der Arbeits- und Fachkräftebasis seien die zentralen Probleme der Wirtschaft, so Heil. Das Rezept gegen Fachkräftemangel sah der Arbeitsminister vor allem im Werben: Neben der Einwanderung ausgebildeter Arbeitskräfte sollten Schulen die Ausbildungsberufe für junge Menschen schmackhafter machen.

Doch schlechte Zustände dürften sich langfristig nicht gut bewerben lassen. »Das Problem ist nicht eine allgemeine Knappheit an Arbeitskräften«, erklärte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag. Statt dessen gebe es dort Personalengpässe, wo Arbeitsbedingungen und Bezahlung besonders schlecht seien. Auch DGB-Chefin Yasmin Fahimi erklärte den Funke-Zeitungen (Montag), schlechte Arbeitsbedingungen seien ein »wichtiger Grund« für Beschäftigte, »den Beruf zu wechseln oder gar nicht erst zu ergreifen«.

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