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Architektur

Die Haube fehlt

Gut sechseinhalb Jahre nach dem Baustart soll der wiedererrichtete Turm der Potsdamer Garnisonkirche bald zugänglich sein. Ziel sei eine Eröffnung des städtischen Wahrzeichens im Frühsommer, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg, der dpa. Dann gibt es für Besucher der 57 Meter hohen Aussichtsplattform aus einen neuen Rundblick über die Landeshauptstadt. Die hölzerne Turmhaube, die den bis zur Spitze der Wetterfahne rund 90 Meter hohen Kirchturm komplettiert, soll erst ein Jahr später von einem riesigen Kran aufgesetzt werden. Für den Bau der etwa 30 Meter hohen Haube hat die Stiftung gerade die Ausschreibung herausgegeben. Die Ruine der am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Garnisonkirche war 1968 gesprengt worden. Mit einem »Ruf aus Potsdam« hatten Anfang 2004 mehr als 100 Unterzeichner um Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche geworben. Angelehnt an den »Ruf aus Dresden«, mit dem eine dortige Initiative 1990 für den Wiederaufbau der Frauenkirche geworben hatte. Doch anders als in Dresden war der Wiederaufbau der einstigen Militärkirche in Potsdam von Anfang an Gegenstand von Debatten. Mehrere Initiativen, darunter auch christliche, sind dagegen. Sie sehen in dem historischen Bau ein Symbol des Militarismus und einen Treffpunkt rechtsnationaler Bewegungen in den 1920er und 1930er Jahren. Sie verweisen auch auf den historischen »Tag von Potsdam« im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand reichte. Die Stiftung hatte den Baustart im Oktober 2017 durchgesetzt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.01.2024, Seite 10, Feuilleton

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