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Aus: Ausgabe vom 09.12.2023, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Geistlose Welt

SWR 2 Essay | ARD-Audiothek
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Erinnerung an Todestrakt: Kugelfang aus schwarzen Isolierplatten zwischen Block 10 und Block 11 im KZ Auschwitz

Gewiss: Nach Auschwitz lässt sich’s nicht mehr leben, ohne Eingedenken kein Gedicht. Jean Améry hatte Adornos Aphorismus nicht im Hinterkopf, bleibt in seinem 1964 ursprünglich für den SDR verfassten Essay »An den Grenzen des Geistes« dennoch übermäßig analytisch: keine Mystifikationen, keine falsche Unschuld. In Auschwitz war Améry zunächst im Arbeitskommando, dann als Schreiber in einem Werk der IG Farben. Er zählte nicht zu den privilegierten Häftlingen mit Leseerlaubnis, als Vertreter der verhassten »Intelligenzberufe« wurde er an der Selektionsrampe zu harter körperlicher Arbeit verurteilt. Neben der Häftlingshierarchie beschreibt er auch die geistigen Dispositionen, die ein Weiterleben möglich machten – oft als profan-chiliastische Endzeiterwartung: »Jeder Gläubige ein San Sebastian, jeder Marxist ein Thomas Müntzer«, merkt Améry dazu an. Er selbst stellt lediglich fest, dass unter Bedingungen des entmenschten Lebens alles nichtig wird. Der Geist in Auschwitz ist nicht mehr als eines: Nichts. (be)

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