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Aus: Ausgabe vom 01.12.2023, Seite 8 / Ansichten

Mordssensibelchen des Tages: Michael Joukov

Von Arnold Schölzel
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Selbst Schuld: Michael Joukov findet Schüsse auf Kinder verständlich

Der Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg (Bündnis 90/Die Grünen) wurde 1981 in Leningrad geboren, heißt demnach in anderer Transkription aus der kyrillischen Schrift Schukow, kam im Alter von 13 Jahren nach Ulm und trat 1999 seiner Partei bei, die damals den NATO-Angriffskrieg auf Jugoslawien anführte. Sein politischer Kompass sei, teilt er auf der Fraktionswebsite mit, ein Spruch von Abraham Lincoln: »Nichts ist geregelt, solange es nicht gerecht geregelt ist.« (falschzitate.blogspot.com berichtet, das werde auch zwei britischen Premierministern des 19. Jahrhunderts zugeschrieben, lasse sich aber bei keinem der drei nachweisen.)

So sorgfältig, wie er seine Maxime aussucht, ist Joukov auch auf der Internetplattform X unterwegs. Am Mittwoch kommentierte er die Meldung, dass Israels Streitkräfte am selben Tag im palästinensischen Dschenin einen Acht- und einen 15jährigen erschossen hatten: »Wer bewaffnete Soldaten eines Landes im Krieg mit Steinen angreift, nimmt deren Schüsse billigend in Kauf. Bei Kindern tragen allerdings Eltern und Lehrkräfte, die es ihnen nicht ausreden, eine große Schuld.« Bisher galt Dschenin nicht als Kriegs-, sondern als Besatzungsgebiet, was bei Palästinensern offenbar egal ist. Nach ersten Reaktionen löschte der sensible Joukov seinen Text, antwortete aber zuvor noch auf die Frage eines X-Nutzers, ob er es gut finde, wenn einem Kind in den Kopf geschossen wird: »Nein, ich finde es alles andere als gut! Und daher würde ich Schulbücher, die dazu aufrufen, Soldaten mit Steinen zu bewerfen, sofort aus dem Verkehr ziehen, und alle, die daran beteiligt sind, sie zu beschaffen und danach zu unterrichten, entlassen!« Lehrbücher als Selbstmordanstifter – das haben die Faschisten in der Regierung Israels noch nicht begriffen. Deutsche Grüne erledigen das für sie.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Johannes F. aus Gießen (1. Dezember 2023 um 13:30 Uhr)
    Lieber Genosse Schölzel, so sehr ich Deine Artikel, Kommentare und den Schwarzen Kanal schätze. Heute scheinst Du mir etwas danebenzuliegen. Das Wort »Mordssensibelchen« soll ja sicher andeuten, dass der Porträtierte gerade nicht sensibel mit dem Leid der Kinder umgeht. Und im weiteren legst Du nah, er betreibe so etwas wie Schuldumkehr. Soweit mag ich Dir folgen. Aber Deinem Resümee muss ich widersprechen. Dass in palästinensischen Schulbüchern der Dschihad und Selbstmordattentate als Ziel des (kindlichen) Lebens gepriesen werden, ist auch den Faschisten in der israelischen Regierung hinlänglich bekannt. Das muss ihnen kein Deutscher, und sei er noch so olivgrün, erklären. vgl. z.B. hier: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-deutschland-antisemitismus-mitfinanziert-4202011.html Soligrüße
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Marc P. aus Cottbus (30. November 2023 um 21:03 Uhr)
    Die Grünen sind prinzipientreu, bis hinauf zur Parteispitze. Bei ihnen wird sogar Zynismus sensibel und achtsam praktiziert! Die Guten.

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