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Aus: Ausgabe vom 14.09.2023, Seite 7 / Ausland
Moskau und Pjöngjang

Auf gleicher Linie

Kim bei Putin. Ziel: Strategische Kooperation
Von Ina Sembdner

Eine Pressekonferenz war nicht vorgesehen, aber Nachrichten vom Besuch des nordkoreanischen Staats- und Parteichefs Kim Jong Un in Russland kamen dennoch nach und nach an die Öffentlichkeit. Nach dem Beginn seiner Reise in das nördliche Nachbarland am Sonntag traf Kim am Mittwoch morgen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Weltraumbahnhof Wostotschny in der östlichen Amurregion zusammen, das zweite Mal nach einem ersten Treffen 2019 in Wladiwostok. »Insgesamt waren die Gespräche sehr wichtig und sehr informativ«, erklärte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow im Anschluss gegenüber dem Sender Channel One. Auch Kim zeigte sich begeistert und sprach während eines offiziellen Mittagessens mit Putin davon, die traditionell freundlichen Beziehungen in »eine unverbrüchliche Beziehung der strategischen Zusammenarbeit« überführen zu wollen.

Die chinesische Global Times hatte am Dienstag Yang Jin vom Institut für russische, osteuropäische und zentralasiatische Studien zu Wort kommen lassen, der anmerkte, »dass eine starke Beziehung zwischen Russland und Nordkorea beiden Seiten mehr Spielraum in der geopolitischen Gleichung in Nordostasien bieten könnte, insbesondere wenn die Sicherheitslage in der Region von Tag zu Tag sensibler wird«. Die Außenamtssprecherin in Beijing, Mao Ning, ließ lediglich verlauten, der Besuch sei ein Arrangement zwischen den beiden Ländern. Die USA machten dagegen ordentlich Druck. Noch während sich Kim auf dem Weg befand, hatte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, gedroht: »Ich werde beide Länder daran erinnern, dass jeder Waffentransfer von Nordkorea nach Russland einen Verstoß gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates darstellen würde.« Schon in der vergangenen Woche hatte es aus Washington geheißen, dass Nordkorea »einen Preis« für die Lieferung von Waffen an Russland zahlen werde.

Putin räumte nun nach seinem Treffen mit Kim ein, dass es zwar aufgrund internationaler Sanktionen »gewisse Einschränkungen« gebe, er jedoch durchaus »Möglichkeiten« einer militärischen Zusammenarbeit mit Pjöngjang sehe.

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