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Aus: Ausgabe vom 13.05.2023, Seite 16 / Aktion
50 Jahre Putsch in Chile

Ihr ­­Opfer war nicht umsonst

50 Jahre Putsch in Chile: Veranstaltungsreihe, Buchpublikation und Berichterstattung in der jungen Welt
Von Verlag 8. Mai
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Der 11. September ist als geschichtsträchtiges Datum Anlass für historische Einordnungen und Rückblicke – dass hierbei die Anschläge auf das World Trade Center alias »9/11« im Mittelpunkt der bürgerlichen Berichterstattung stehen, versteht sich von selbst. Doch am 11. September 2023 jährt sich auch zum 50. Mal der faschistische Militärputsch in Chile: Der Coup der Generäle 1973 führte nicht nur zur Ermordung des demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende, sondern erstickte auch ein von breiten Volksschichten getragenes sozialistisches Experiment im Blut.

Prägendes Ereignis

Dieses Ereignis hatte erhebliche Auswirkungen, auch in BRD und DDR. Für viele, insbesondere damals junge Menschen, war die Niederschlagung der Unidad-Popular-Regierung ein prägender Moment in ihrer politischen Biographie. Illustrierte diese doch, wie mit parlamentarischen Wahlergebnissen umgegangen wird, die den Mächtigen nicht in den Kram passen. »Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die Arbeiter! Dies sind meine letzten Worte und ich bin sicher, dass mein Opfer nicht umsonst sein wird«, waren Allendes letzte Worte in einer Radioansprache. Seine unmittelbar darauf folgende Ermordung hat eine Menge Illusionen in die Reformierbarkeit kapitalistischer Systeme zerstört und der internationalen Solidarität mächtigen Auftrieb gegeben.

Die Tageszeitung junge Welt wird sich beim Gedenken an die Ereignisse in Chile nicht nur auf den 11. September selbst beschränken. Wir planen ein vielfältiges Programm über mehrere Monate mit Veranstaltungen sowie Berichterstattung und einer Beilage in der jW. Gestartet ist die Reihe am Donnerstag mit einem ausverkauften Konzert mit Gina Pietsch (Gesang) und Fabio Costa am Klavier in der Maigalerie der jungen Welt in Berlin (siehe S. 10). Weiterhin freuen wir uns, schon jetzt zu einem Konzert mit Nicolás Miquea, Pablo Miró und weiteren Künstlern am Sonnabend, dem 16. September 2023, im Berliner Kino Babylon einladen zu können: Mit diesem Höhepunkt der jW-Veranstaltungsreihe ehren wir den linken Liedermacher Victor Jara, der an diesem Tag im Jahr 1973 von der Militärjunta zu Tode gefoltert worden war. Weitere Veranstaltungen sind geplant und werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Welle der Solidarität

Doch so lange muss niemand warten, denn schon jetzt können Subskriptionsexemplare für unsere Eigenveröffentlichung »Chile 1973. Denkmäler und Wandbilder in DDR und BRD« von Carlos Gomes gezeichnet werden: Das Werk befasst sich mit der deutsch-chilenischen Solidaritätswelle in beiden deutschen Staaten und insbesondere mit den vielen Denkmälern und Wandbildern, die zu Ehren des chilenischen Widerstands entstanden sind. Lieferbar ist das Buch aus dem Verlag 8. Mai ab Juli 2023. Die Subskriptionsausgabe ist auf 99 Exemplare limitiert und vom Autor handsigniert; zusätzlich enthält sie einen Farbdruck aus der Werkstatt des chilenischen Malers Boris Eichin. Subskribenten können auf Wunsch namentlich als Förderer des Bandes Erwähnung finden.

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Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie unter jungewelt.de/chile

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  • Leserbrief von Reinhard Sandrock aus Dresden (12. Mai 2023 um 21:07 Uhr)
    Danke für den Beitrag, ich hoffe, es wird nicht der letzte sein. Dieser 11. September ist mein 11. September. Ich bin Jahrgang 1950, habe so mit heißem Herzen die Entwicklung in Chile von 1970 bis zu diesem 11. September erlebt, nicht nur den Putsch selbst, sondern auch die vorherigen Versuche, die UP-Regierung zu stürzen, ob Streiks oder erste Putschversuche. Ich werde an die Weltfestspiele in Berlin erinnert. Noch heute höre ich die wundervolle Musik Víctor Jaras und aller anderen chilenischen Musikgruppen, Quilapayún und Inti-Illimani. Viele Bücher finden sich bei mir im Schrank, vom Schwarzbuch, den Erinnerungen Pablo Nerudas, Joan Jara-Turners bis zu den Ausgaben aus dem Laika-Verlag. Einen besonderen Platz hat eine kleine schwarze Scheibe, die letzte Rede Allendes mit der deutschen Übertragung von Otto Mellies.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

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