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Aus: Ausgabe vom 14.04.2023, Seite 2 / Inland
Preisexplosion

Lebensmittel immer teurer

Inflationsrate galoppiert. Preisdeckel und 14 Euro Mindestlohn gefordert
Von Susanne Knütter
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»Für arme Leute sind die Teuerungen eine Katastrophe«

Die Inflationsrate lag im März erstmals seit August wieder unter der Achtprozentmarke. Für Nahrungsmittel müssen die Verbraucher aber immer mehr auf den Tisch legen. Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings um 22,3 Prozent. Im Februar waren es 21,8 Prozent, im Januar 20,2 Prozent gewesen. Molkereiprodukte und Eier wurden im März sogar 34,6 Prozent teurer, Gemüse 27,3 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse 23,8 Prozent.

Für arme Leute sind die Lebensmittelteuerungen eine Katastrophe. Der Sozialverband VdK forderte am Donnerstag einen Mindestlohn von 14 Euro. »Menschen mit einem geringen Einkommen können sich gute Ernährung kaum mehr leisten«, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die Linkspartei wies darauf hin, dass schon jetzt zwei Millionen Menschen von Lebensmittelspenden der Tafeln abhängig sind und mehr als zwölf Millionen Menschen schon vor der jüngsten Preisexplosion das Geld fehlte, um sich dauerhaft gesund und vollwertig zu ernähren. »Die Preise werden gemacht – und zwar von den Supermärkten und Discountern«, erklärte Tobias Bank, Bundesgeschäftsführer der Partei Die Linke. Wenn die Konzerne ihre Preiserhöhungen mit gestiegenen Energiekosten rechtfertigten, sei das nur die halbe Wahrheit. »Aldi, Lidl und Co. sind Trittbrettfahrer und nutzen die allgemeine Inflation, um ihre Profite zu erhöhen.«

Das Ifo-Institut hatte tags zuvor gemeldet, dass immer weniger Firmen ihre Preise weiter erhöhen wollten. Grund sei, dass sie bereits einen großen Teil ihrer gestiegenen Kosten an die Kunden weitergegeben hätten und die Nachfrage nachgelassen habe.

Die Linke fordert einen Preisdeckel für wichtige Lebensmittel, »der die Gewinne der Konzerne in Grenzen hält«. Außerdem zeigte Bank nach Portugal, wo die Regierung jüngst die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel gestrichen hat. Sofern nicht auch die Preise gedeckelt würden, dürften die Konzerne die Differenz als Gewinn einstreichen, wie die Kommunistische Partei Portugals (PCP) kritisierte.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (13. April 2023 um 21:56 Uhr)
    Wer bezahlt den Doppelwumms ohne Mehrwertsteuer (auf Grundnahrungsmittel)?
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