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Aus: Ausgabe vom 25.01.2023, Seite 16 / Sport

Nur noch Gottvertrauen

Von André Dahlmeyer
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Garis Mina (Ecuador) und Vicente Conelli (Chile) beäugen einen Fußball

Einen wunderschönen guten Morgen! Am 19. Januar hat in Kolumbien die 30. Südamerikameisterschaft der U20-Junioren begonnen, die noch bis zum 12. Februar läuft. Es ist das fünfte Mal, dass der Wettbewerb bei den Cafeteros ausgetragen wird. Ausgekickt werden neben dem Titel insgesamt vier Coupons für die U20-WM, die am 20. Mai zum ersten Mal in Indonesien (wegen der Covid-19-Pandemie um zwei Jahre verschoben) und zum zweiten Mal in Südostasien (nach Malaysia 1997) startet. Diese 23. WM der U20-Junioren wird das erste FIFA-Turnier in der Region sein seit der Futsal-WM 2012 in Thailand. Bei der jetzigen Südamerikameisterschaft werden zudem noch drei Startplätze für die Panamerikanischen Spiele (Titelverteidiger ist Argentinien) ermittelt, die Ende Oktober in Santiago de Chile beginnen. Die letzte Südamerikameisterschaft gewann 2019 in Chile erstmals die Tricolor Ecuadors (vor Argentinien), die dann bei der WM in Polen auch glorreicher Dritter wurde. Wir erinnern uns: Es war jene U20-WM, bei der Erling Braut Haaland mit neun Treffern Torschützenkönig wurde. Alle erzielt in einem einzigen Spiel.

Argentinien wird von Fußballegende Javier Mascherano (147 Länderspiele) dirigiert. Das lässt eigentlich hoffen. Vor 20 Jahren war der Santafesino Mascherano der Kapitän der Sub-20, heute ist er ihr Trainer und taktischer Comandante. Damals wurde er als bester Spieler des Torneo Esperanza von Toulon ausgezeichnet, dem wichtigsten Juniorenturnier der Welt. Seit einem Jahr ist der Exliverpool und Exbarca der Scheff der U20-Auswahl und hat mit dieser bereits das Torneo de la Alcudia eingetütet – ein Turnier, das in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist. Zwar wurden für das Sudamericano Facundo Buonanotte (Brighton) und Nicolás Paz (Real Madrid) freigestellt. Doch bei vielen wichtigen Kickern war das nicht der Fall. Alejandro Garnacho (ManU), Luka Romero (Lazio) und die Brüder Valentín und Franco Carboni (Inter respektive Cagliari) etwa müssen das prestigeträchtige Turnier vorm Fernseher oder vorm Mobilfunktelefon verfolgen.

Erstmals nach dem WM-Gewinn in Katar trägt Argentinien nun das neue Trikot mit dem dritten Stern. Mascherano ist ein Emblem des Nationaltrikots, mit dem er fünf Finals verlor. Vier in der Copa América (je zweimal gegen Brasilien und Chile, letztere nach Elfmeterschießen) sowie das WM-Finale im Maracanã gegen Deutschland. Beim Goldmedaillengewinn bei Olympia 2004 in Athen (alle Spiele zu null gewonnen) war indes Marcelo Bielsas das Gehirn auf dem Platz.

Argentinien ist mit sechs Titeln der U20-Rekordweltmeister. Ob die Silberländer dieses Mal aber überhaupt zur WM fahren, steht in den Sternen, denn der Auftakt in Kolumbien war ein Desaster. Gleich das erste Match in Cali gegen Paraguay (Coach ist der Ex-WM-Tormann Aldo Bobadilla) ging mit 1:2 in die Hose. In der ersten Halbzeit hatte Gilberto Flores die Guaraníes in Führung gebracht und Máximo Perrone für die Mascherano-Boys quasi im Gegenzug ausgeglichen. Den Siegtreffer notierte Allan Wlk per Handelfmeter. Paraguay hatte das Mittelfeld zugestellt und auf Konter gelauert. Das reichte.

Dienstag morgen (MEZ) setzte es, wiederum in Cali, gegen Brasilien den nächsten Tiefschlag. Schon nach sieben Minuten hatte Guilherme Biro die Brasucas in Führung gebracht. Da kann man planen was man will, es zählt nicht mehr. Andrey Santos (35. Minute) und Vitor Roque (87. Minute) notierten die restlichen Treffer Brasiliens, Maximiliano González (90. Minute) gelang nur noch der Ehrentreffer. In der 25. Minute parierte der 18jährige brasilianische Tormann Mycael Pontes Moreira einen Strafstoß von Kapitän Gino Infantino. Argentinien benötigt nun Siege gegen Peru und Gastgeber Kolumbien und vor allem Gottvertrauen.

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