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Aus: Ausgabe vom 06.12.2022, Seite 8 / Abgeschrieben

Alpen fallen Klimawandel zum Opfer

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Glacier Noir im Nationalpark Ecrins in den französischen Dauphiné-Alpen

Der Deutsche Wetterdienst kündigte am Montag ein Bulletin zum Klimawandel in den Alpen an:

Die Alpen sind vom Klimawandel besonders betroffen. Um sie besser zu schützen, sind Informationen und Analysen zum Klima in diesem einzigartigen Ökosystem um so wichtiger. Daher starten die nationalen Wetterdienste Deutschlands, Österreichs und der Schweiz eine neue gemeinsame Publikationsreihe mit dem Titel »Alpenklima«.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD), die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz zeigen darin den aktuellen Klimazustand in der Alpenregion der drei Länder auf und ordnen ihn in die langjährige Entwicklung ein. (…) Der Alpenraum ist von den Folgen des menschlichen Treibhausgasausstoßes stärker betroffen als andere Regionen oder Naturräume. In dieser hochsensiblen Region sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich sichtbar:

– Es gibt immer weniger Schnee.

– Die Gletscher verlieren deutlich an Masse.

– Im Sommer wird Hitze zu einem immer größeren Problem, auch in höheren Lagen.

Diese Veränderungen machen nicht an Ländergrenzen halt und betreffen die gesamte Alpenregion gleichermaßen. (…) Dieses Sommerhalbjahr war geprägt von sehr hohen Temperaturen im gesamten zentralen und östlichen Alpenraum und von großer Trockenheit, vor allem in den Südalpen. Als Folge schmolz die Schneedecke im hochalpinen Gelände besonders früh. Neben einer allgemeinen Übersicht über die Klimatologie des vergangenen Sommerhalbjahres gibt »Alpenklima« zu diesen Themen detaillierte Informationen. (…)

https://www.dwd.de/DE/leistungen/alpenklima/alpenklima_bulletin.html

In einer Stellungnahme äußerte sich der Verein German Zero am Montag zu einem Jahr Klimapolitik der Ampelkoalition:

Die Bilanz nach einem Jahr Ampelregierung kristallisiert sich dieser Tage in einem Bild: Junge Menschen, die sich in ihrer Verzweiflung über die Klimapolitik auf Autobahnen festkleben. Dabei verschließt die Bundesregierung ihre Ohren nicht nur vor den immer lauteren Stimmen aus der Zivilgesellschaft. Sie ignoriert auch Empfehlungen und Mahnungen ihrer eigenen Experten, wie dem Sachverständigenrat für Umweltfragen und dem Bundesrechnungshof, die im zurückliegenden Jahr zu verschiedenen Zeitpunkten feststellten, dass die Klimaziele mit der aktuellen Politik verfehlt würden. (…)

Im Klimaschutzgesetz ist Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 verankert. Eine irreführende Maßeinheit, denn es ist nicht der Zeitpunkt, zu dem wir keine Emissionen mehr verursachen, an dem wir uns messen müssen – es ist die angesammelte Menge an Treibhausgasen, die wir nicht weiter überschreiten dürfen. Mit den im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen steuert Deutschland auf einen Ausstoß von 7,9 Gigatonnen bis 2045 zu. Aber für German Zero gilt, was auch das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil von 2021 feststellte: Damit Deutschland seinen Beitrag zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze leisten kann, darf unser Land nur noch drei Gigatonnen an Treibhausgasen emittieren. Um das zu schaffen, müssen wir Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 anstreben.

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