3 Monate jW-digital für 18 Euro
Gegründet 1947 Freitag, 3. Februar 2023, Nr. 29
Die junge Welt wird von 2701 GenossInnen herausgegeben
3 Monate jW-digital für 18 Euro 3 Monate jW-digital für 18 Euro
3 Monate jW-digital für 18 Euro
Aus: Ausgabe vom 03.12.2022, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Machbous

Von Maxi Wunder

»Wenn sie Binden nicht benutzen dürfen, warum nehmen sie keine Tampons?« Doris hat die Diskussion um den »One-Love«-Bekenntnis-Kult in Katar und dessen Verbot seitens der FIFA offensichtlich nur oberflächlich verfolgt. »Versteh’ ich auch nicht, Dorle. Vielleicht gilt das in Katar als unanständig«, murmelt Udo. Er überprüft sein Gewürzregal. »Außerdem geht es im Spitzensport um sehr viel Geld. Da treten Feinheiten wie Tampons und Menschenrechte schon mal in den Hintergrund. Nicht nur in Katar. Haben wir Kardamom? Ich mach’ Machbous.« – »Du machst was?« – »Machbous!«

Ein Kilo Hühnerfleisch in einem Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen. Nachdem sich auf der Oberfläche Schaum abgesetzt hat, den Topf vom Herd nehmen und das Wasser samt Schaum abgießen. Das Fleisch von Schaumresten befreien und beiseite stellen. Zwei große Zwiebeln hacken, drei EL Öl und etwas Butter im Topf erhitzen und darin die gehackten Zwiebeln bei mittlerer Hitze dünsten. Einen EL frisch geriebenen Ingwer, fünf große fein gehackte Knoblauchzehen und drei gehackte getrocknete Chilischoten zugeben und zwei Minuten vorsichtig mitbraten, aufpassen, dass nichts anbrennt. Einen TL Kurkuma und Baharat dazugeben, gut vermengen und eine weitere Minute im Topf lassen. (Baharat ist eine Gewürzmischung aus schwarzem Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Nelke, Kardamom, Paprikapulver und Muskat – jeweils einen EL. Die Gewürze vorher durch die Gewürzmühle drehen. Paprika und Muskat erst ganz zum Schluss dazugeben.) Das Fleisch zusammen mit zwei großen gewürfelten Tomaten, dem Saft von zwei frischen Zitronen, fünf Kardamomkapseln, zwei Zimtstangen, fünf Nelken und drei EL Salz zurück in den Topf geben. Alles mit drei Tassen Brühe begießen, gut vermengen und aufkochen lassen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Temperatur eine Stunde köcheln lassen. Eventuell Brühe nachgießen. Währenddessen zwei Tassen Basmatireis 15 Minuten wässern. Nach der einstündigen Kochzeit den Deckel abnehmen, die Zimtstangen herausfischen, drei EL gehacktes Koriandergrün und gehackte Petersilie sowie den gewässerten Reis dazugeben und alles gut durchrühren. Wieder aufkochen lassen, dann die Temperatur reduzieren und mit Deckel nochmals 15–20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis die gesamte Flüssigkeit aufgesaugt hat und weichgekocht ist. Fleisch herausnehmen, in mundgerechte Stücke schneiden, auf Tellern drapieren und die Reissauce darüber geben. Dazu leicht gesüßten Minzetee servieren.

Das Gericht vom Persischen Golf geht auch mit Lamm, Fisch und Rind. Was überhaupt nicht geht, ist eine Sportveranstaltung durchzuführen, bei deren Vorbereitung Tausende von Bauarbeitern in der tobenden Hitze von Katar an Hitzschlag gestorben sind. Das Tragen eines hässlichen bunten Lappens hätte die Toten nicht ins Leben zurückholen können, insofern ist das Verbot der FIFA überhaupt kein Schaden. Nur ein radikaler Boykott dieses dreckskapitalistischen Gernegroßevents wäre die richtige Antwort gewesen. Dazu könnten sich die Spieler immer noch entscheiden, wenn sie statt Geld in der Birne Eier in der Hose hätten.

Aufklärung statt Propaganda

Die Tageszeitung junge Welt liefert Aufklärung statt Propaganda! Ihre tägliche Berichterstattung zeigt in Analysen und Hintergrundrecherchen auf, wer wie und in welchem Interesse handelt. Jetzt das Aktionsabo zum Preis von 75 Euro für 75 Ausgaben bestellen!

Regio:

Mehr aus: Wochenendbeilage

Startseite Probeabo